Steht Deutschland vor einem finanziellen Kollaps?

Veröffentlicht: 6. Dezember 2016 | 19:01 Uhr
Steht Deutschland vor einem finanziellen Kollaps?

Gesundheit, Renten, Flüchtling – um alles das bezahlen zu können, muss die Bundesregierung eine hohe Summe an Rücklagen bilden, aber genau das passiert nicht, denn man ruht sich stattdessen auf der „Schwarzen Null“ aus. Lange Zeit waren die Deutschen ein leuchtendes Beispiel für eine grundsolide Haushaltspolitik, aber bei einer Schuldenquote von 71 % des Bruttoinlandsprodukts ist Deutschland nicht mehr allzu weit von den 60 % entfernt, die die EU maximal vorgibt.

Wo schlummern die Risiken?

Nach Ansicht der Stiftung Marktwirtschaft schlummert das größte Risiko im Sozialversicherungssystem, das in den nächsten Jahren noch größer werden wird. Anders als in den „Problemstaaten“ wie Italien oder Portugal, die dieses Thema bereits angepackt haben, hat man in Deutschland noch nicht damit begonnen, sich diesem Problem zu widmen. Um die sozialen Versprechen auch tatsächlich finanzieren zu können, müsste die Bundesregierung anfangen, sich um die finanziellen Rücklagen zu kümmern, aber das passiert nicht.

Eine Belastung für viele Jahre

Es sind die Renten, die Ausgaben für die Pflege, die Gesundheit und die enormen Kosten für die Flüchtlinge, die den Staat, aber auch die Länder und die Kommunen über einen Zeitraum von vielen Jahren stark belasten werden. Aus diesem Grund landet Deutschland beim Nachhaltigkeitsranking der EU auch nur noch auf dem neunten Platz, noch vor zwei Jahren war es der fünfte Platz. Kritisch wird die Lage aber erst in drei Jahren, dann wird die Finanzlücke sehr wahrscheinlich 30 Milliarden Euro ausmachen und für diese Summe wird es keine Deckung geben. Außerdem müssen noch zehn Milliarden Euro für die Mütterrente und die Rente ab 63 aufgebracht werden.

Welche Gefahren drohen noch?

Ein weiteres Risiko stellen die Pensionszahlungen an die Beamten dar, die regelrecht explodieren werden. Der Brexit wird Deutschland zu schaffen machen, denn Deutschland droht nun ein höherer Nettobeitrag in die Kassen der EU und auch die Abschreibungen der Griechenland-Schulden sind eine hohe Belastung, da Griechenland diese Schulden nie begleichen kann.

Bild: © Depositphotos.com / eabff

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.