So profitiert der Bund von den Niedrigzinsen

Veröffentlicht: 16. Januar 2017 | 18:48 Uhr
So profitiert der Bund von den Niedrigzinsen

Die sehr lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beschert dem Bundesfinanzminister ein Geschenk, das Milliarden Euro wert ist, denn dank der Niedrigzinsen ist es viel leichter geworden, die Schulden des Staats zu finanzieren. Schon das dritte Jahr in Folge, der EZB sei Dank, können der Bund und die Länder einen Haushaltsüberschuss von fast 20 Milliarden Euro alleine im vergangenen Jahr erwirtschaften.

Der Musterschüler der EU

In der Euro-Zone gilt Deutschland als der Musterschüler schlechthin, denn anders als die anderen Länder ist es Deutschland gelungen, trotz Milliardenausgaben für die Flüchtlinge mehr Geld einzunehmen als im Haushalt gebraucht wird. Schon diskutieren die Parteien eifrig darüber, was man mit dem Geld alles anstellen könnte, aber von der Bundesbank kommt bereits ein Dämpfer, denn die Bundesbank hat eine Liste gemacht, in welchem Umfang der Staat von den niedrigen Zinsen profitiert. Die Zinsersparnis kann sich sehen lassen, sie belief sich im Jahr 2016 auf satte 47 Milliarden Euro.

Eher ein Minus

Zusammengerechnet 47 Milliarden Euro – das sind die Etats für die Ministerien Bildung und Verteidigung. 47 Milliarden Euro – das heißt aber auch, wenn man die Ersparnis durch die niedrigen Zinsen herausrechnen würde, dann hätte der deutsche Staat im letzten Jahr ein dickes Minus gemacht. Vereinfacht gesagt hat Deutschland in den vergangenen Jahren den Haushalt künstlich gedopt, aber das konnte nur gelingen, weil die EZB die Zinsen konstant bei Null hält. 2015 profitierte der Staat laut der Statistik der Bundesbank von den niedrigen Zinsen und sparte 44 Milliarden Euro ein, insgesamt sind es seit der Finanzkrise 2009 rund 240 Milliarden Euro. Das ist rund ein Viertel des Bundesetats, der ein Volumen von 311 Milliarden Euro hat.

Während die lockere Geldpolitik der EZB für den Staat nur Vorteile bringt, muss der einfache Sparer massiv darunter leiden. Bund und Länder können sich immer günstiger verschulden, jedoch haben diejenigen, die sparen wollen, Pech gehabt.

Bild: © Depositphotos.com / baurka

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.