Die EZB plündert die deutschen Sozialkassen

Veröffentlicht: 20. Januar 2017 | 19:53 Uhr
Die EZB plündert die deutschen Sozialkassen

Die deutschen Sozialkassen stehen vor immer größer werdenden Problemen und schuld daran sind die extrem niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank. 5,1 Millionen – so hoch ist die Summe an Negativzinsen, die die Krankenkassen bislang an die Banken zahlen mussten. Diese 5,1 Millionen fehlen im Gesundheitsfonds, aus dem die Krankenkassenbeiträge an die Kassen verteilt werden. Aber nicht nur die Krankenkassen haben massive Probleme, auch für die Bundesagentur für Arbeit und die Rentenversicherung wird es langsam, aber sicher knapp.

Die Pläne der EZB

Seit fast drei Jahren erhebt die Europäische Zentralbank einen negativen Zins, der aktuell bei 0,4 % liegt. Diese negativen Zinsen müssen die Banken zahlen, die ihr Geld für einen kurzen Zeitraum „parken“. Die EZB will damit erreichen, dass mehr Kredite in die Wirtschaft gepumpt werden, das Geld soll nicht mehr langfristig „gebunkert“ werden. Diese negativen Zinsen geben die Banken natürlich an ihre Kunden weiter. Damit leiden auch die Sozialkassen unter den negativen Zinsen, denn sie haben kaum noch Möglichkeiten, das Geld der Versicherten sinnvoll und rentabel anzulegen.

Keine positiven Effekte mehr

Der Gesundheitsfonds legt jeden Monat zwischen 4,7 und neun Milliarden Euro für den Zeitraum von zwei Wochen als Termingeld an, aber mittlerweile gibt es bei so kurzen Laufzeiten keine Rendite mehr. Etwas besser steht die Deutsche Rentenversicherung da, denn sie gibt ihre Beiträge und auch die Zuschüsse aus Steuern sofort an die Rentner weiter und sie verfügt zudem über eine Reserve. Ende 2016 lag diese Reserve bei 32,4 Milliarden Euro, aber ein Viertel dieser Summe wird bereits negativ verzinst. Die reinen Vermögenserträge lagen damit 2015 nur noch bei 65.000 Euro.

Die Probleme der Agentur für Arbeit

2007 und 2008 lag die Verzinsung noch bei vier Prozent, heute muss auch die Bundesagentur für Arbeit mit einem Zinssatz von 0,052 % leben. Ende des vergangenen Jahres hatte die Bundesagentur noch eine Rücklage von 11,5 Milliarden Euro, mittlerweile wird aber auch hier eine negative Verzinsung nicht mehr ausgeschlossen.

Bild: © Depositphotos.com / paulgrecaud

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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