Der unerbittliche Preiskampf in den Supermärkten » Finanzen Heute

Der unerbittliche Preiskampf in den Supermärkten

Kaum ein anderes Land in Europa verkauft verpackte Lebensmittel so günstig in den Supermärkten wie Deutschland. Das freut natürlich die Verbraucher, die Hersteller hingegen sehen das mit wachsender Angst, sie machen sich große Sorgen. Der Deutschlandchef von Unilever spricht mittlerweile sogar von einem „Endspiel“ und noch dramatischer von einer „Brandrodung“. Es werden enorme Werte verbrannt, so Ulli Gritzuhn, denn wenn ein Shampoo für 99 Cent verramscht wird, dann ist das der „Auswuchs der Wertvernichtung“.

Den Unternehmen fehlt die Kraft

Es ist die hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, die immer weiter zunimmt und es sind die Preise, die zum einzigen Mittel der Differenzierung geworden sind. Sie nehmen vielen Unternehmen mehr und mehr die Kraft für neue Innovationen, sie werden ausgebremst, wenn es darum geht, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Die Industrie hat nicht mehr die Fähigkeit, den großen Kostendruck zu beschränken und sehr wahrscheinlich werden einige Unternehmen diese Entwicklung nicht mehr überleben können, wenn sie so weitergeht.

Die Großen werden immer größer

Die Aufteilung der Kaiser´s-Kaffee-Märkte zwischen den Branchenriesen Rewe und Edeka ist ein gutes Beispiel, wie die Machtverhältnisse gefestigt werden. Die Großen in der Branche werden immer größer und wenn es um weitere Übernahmen geht, sind die Karten noch lange nicht ausgereizt. Experten vermuten, dass Real, eine Tochter der Metro, als nächster Kandidat für eine Übernahme feststeht. In diesem Zusammenhang wird in der Branche auch heftig über die etwas distanzierte Haltung der Politik diskutiert.

Es geht um viele Arbeitsplätze

Verärgert ist man in der Branche auch über die Entscheidung der Bundesregierung, sich im Fall von Kaiser´s-Kaffee über das Veto des Bundeskartellamts zu stellen, und zwar mit der Begründung, es ginge schließlich um Tausende von Arbeitsplätzen. Über die Arbeitsplätze in der Industrie spricht dabei niemand, klagt der Chef von Unilever, alleine sein Unternehmen musste in den vergangenen Jahren über 700 Stellen streichen, heute sind nur noch 4000 Mitarbeiter in Deutschland für Unilever im Einsatz.

Bild: © Depositphotos.com / gyn9037


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Der unerbittliche Preiskampf in den Supermärkten
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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.