Mario Draghi und seine Definition der Inflation

Mario Draghi und seine Definition der Inflation

Mario Draghi und seine Definition der Inflation – finanzen-heute.com

Der 30. Januar könnte für Deutschland ein historischer Tag werden, denn an diesem Tag ist es möglich, dass die Inflation wieder zwei Prozent erreicht. Das war zuletzt vor fünf Jahren der Fall, und damals wie heute bedeutet es, dass die Preise steigen, vor allem für Energie und auch für Öl. Die Europäische Zentralbank schaut dabei ungerührt zu, aber sie hat immerhin eine Definition gefunden, leider aber zum großen Nachteil der Sparer in Deutschland.

Mario Draghi ist zufrieden

Der starke Preisanstieg sollte bei den Währungshütern der EZB eigentlich für Angst sorgen, nicht so bei Mario Draghi, dem Chef der EZB. Er sieht die steigende Inflation als ein Wiedererstarken und als ein ganz normales Zeichen. Dabei hat er jedoch ein Problem übersehen, denn wenn es mit seiner sehr lockeren Geldpolitik so weiter geht, dann werden sich die Preise nicht erholen und die Sparer sind nach wie vor die Dummen.

Kein Kurswechsel

Weiterhin Minizinsen, die Staatsanleihen laufen weiter wie bisher und nicht einmal einen kleinen Schritt in Richtung Abschied von der Politik des billigen Geldes, die EZB macht einfach wie gehabt weiter. Es wird nicht einmal über einen Kurswechsel diskutiert, sagt Mario Draghi und zaubert stattdessen einen brandneuen Trick zum Thema Inflation. Wenn sich die Inflation weiter durchsetzen wird, dann, so Draghi, wird auch er seine Politik fortsetzen, und zwar bis zum Ende seiner Amtszeit in zwei Jahren. Das heißt, Europa und vor allem Deutschland kann noch sehr lange darauf warten, dass die Zinsen ansteigen werden.

Ein anderes Auftragsziel

Mario Draghi ist offenbar entgangen, dass sein offizieller Auftrag ein wenig anders lautet, denn die EZB soll die Preise im Euro-Raum stabil halten. Die EZB versteht darunter aber offenbar, dass eine Inflation unter zwei Prozent sein darf, denn das, so die Währungshüter, erhöhe die Transparenz in der Geldpolitik und die Bürger können sich besser orientieren. Die Bürger im Euro-Raum möchten allerdings etwas ganz anderes, sie möchten endlich wieder respektable Zinsen für ihr erspartes Geld.

Bild: © Depositphotos.com / shirotie

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.