Nach dem Brexit – britische Unternehmen wollen nach Deutschland

Veröffentlicht: 1. Februar 2017 | 12:54 Uhr
Nach dem Brexit – britische Unternehmen wollen nach Deutschland

Geschätzt jedes 50. Unternehmen in Europa denkt darüber nach, den Sitz der Firma in ein anderes Land zu verlagern, in Großbritannien ist es aber mittlerweile jedes siebte Unternehmen, das über eine Verlagerung nachdenkt. Als Lieblingsziel nennen die meisten Firmen Deutschland, das nach dem Brexit zu einem der begehrtesten Standorte in Europa geworden ist.

Deutschland kann profitieren

Rund 40 % der britischen Unternehmen, die eine Verlagerung des Standorts planen, wollen nach Deutschland, denn sie sehen die Bundesrepublik als einen der attraktivsten Standorte für neue Investitionen in Europa. Für mehr als 54 % der Unternehmen, die bisher in Großbritannien geschäftlich aktiv waren, ist Deutschland ebenfalls ein begehrtes Ziel außerhalb Großbritanniens und sie können sich durchaus vorstellen, in Deutschland geschäftlich Fuß zu fassen.

Es warten große Herausforderungen

Auf die deutschen Unternehmen kommen nach Ansicht von Wirtschaftsexperten große Herausforderungen zu, denn die neuen Zölle und Vorschriften können zu einer großen Belastung werden. Welche Auswirkungen der Austritt der Briten auf die Unternehmen hat, das spüren heute schon rund 71 % der Konzerne. Bei 28 % macht sich der Brexit durch kleinere Gewinnmargen bemerkbar, da alle Importe aufgrund des niedrigen Pfund-Kurses teurer geworden sind. Für 29 % macht sich der Brexit vor allem durch deutlich höhere Einkaufspreise bemerkbar.

Abwarten und Tee trinken

Nicht jedes Unternehmen kann sich vorstellen, nach dem Brexit von der Insel aufs Festland zu gehen, denn wer sein Unternehmen nach Deutschland verlegt, der muss mit den vielen bürokratischen Hindernissen und vor allem auch mit den Vorschriften aus Brüssel leben. Diese Vorschriften waren ein Grund, warum auch viele Unternehmer für einen Brexit gestimmt haben, denn sie wollen sich nicht mehr länger dem Bürokratieapparat der EU unterwerfen. Ohne die Überregulierung und den Regelwahn aus Brüssel sehen diese Unternehmen bessere Möglichkeiten und bleiben daher erst einmal auf der Insel. Sie handeln nach dem klassisch englischen Motto: Abwarten und Tee trinken, mal sehen, wie sich nach dem Brexit die Lage in Europa entwickeln wird.

Bild: © Depositphotos.com / Bennian

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.