Ist die Mittelschicht wirklich die Melkkuh der Nation?

Veröffentlicht: 5. Februar 2017 | 20:03 Uhr
Ist die Mittelschicht wirklich die Melkkuh der Nation?

In der Politik ist entweder von den ganz Reichen oder von den ganz Armen die Rede, die Mittelschicht, so scheint es, spielt überhaupt keine Rolle mehr. Aber im Wahljahr 2017 erinnern sich die Parteien offenbar wieder, dass es eine Mittelschicht gibt. Sie wird schon jetzt heftig umworben und die Politiker werden nicht müde, zu betonen, wie wichtig die bürgerliche Mitte doch ist.

Die neue Mitte

Die SPD spricht von der „neuen Mitte“, die FDP will von ihrem Image weg, eine Partei der Besserverdienenden zu sein und für die CDU ist die Mitte die Stärke Deutschlands. Diese Stärke ist der Mittelschicht bekannt, trotzdem fühlen sie sich wie die Melkkuh der Nation. Die vielen Handwerker, die Beamten im mittleren Dienst, die kleinen Unternehmer und auch die Freiberufler und die Facharbeiter fühlen sich belastet und sie leiden unter einer Politik der Ausplünderung. Die Mittelschicht hat keine Lobby und über sie wird in den Medien so gut wie nie berichtet. Ist das alles eine subjektive Wahrnehmung oder ist dieses Gefühl tatsächlich real?

Die hohen Abgaben

Wer zur Mittelschicht gehört, dem greift Vater Staat besonders tief in die Tasche. Alle, die nicht verheiratet und kinderlos sind, müssen bei einem Gehalt von 4000 Euro brutto nach Steuern und Sozialabgaben mit einem Nettoverdienst von nur noch 2270 Euro leben. Ein anderes Beispiel macht das Dilemma des Mittelstands noch deutlicher: Wer im Jahr 48.000 Euro verdient und damit 50 % mehr hat, als jemand, der nur 24.000 Euro verdient, zahlt 100 % mehr an Steuern als derjenige, der weniger hat. Das legt nahe, dass die Mittelschicht tatsächlich eine Art Melkkuh der Nation ist.

Steuervergünstigungen nicht für die Mittelschicht

Alle steuerlichen Vergünstigungen, die die Politik seit 1990 auf den Weg gebracht hat, waren entweder zugunsten der sehr Reichen oder eben der Armen, die Verlierer waren immer diejenigen, die ein mittleres Einkommen beziehen, denn hier griffen die tariflichen Entlastungen nicht, um die heimlichen Steuererhöhungen wie die kalte Progression effektiv abzufangen.

Bild: © Depositphotos.com / CreativeNature

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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