Partymusik und Steuern – es kommt darauf an, wer singt

Partymusik und Steuern – es kommt darauf an, wer singt

Der Karneval steht vor der Tür und viele planen für die närrischen Tage schon die passende Party. Aber nicht nur die privaten Partys spielen in der fünften Jahreszeit eine große Rolle, auch die vielen großen und kleinen Karnevalsvereine müssen jetzt schon planen, wenn sie steuerbegünstigt feiern wollen. Es ist die Musik, die darüber entscheidet, wie viel Umsatzsteuer die Vereine zahlen müssen, denn dazu hat der Bundesfinanzhof ein sehr wichtiges Urteil gefällt.

Das Brauchtum ist wichtig

Alle Karnevalsvereine, die gemeinnützig sind, zahlen nur dann weniger Umsatzsteuer, wenn das Ziel ihrer Veranstaltungen die Pflege des Brauchtums ist. Wenn zu einem „nicht unerheblichen Teil Stimmungslieder zu hören sind“, dann entspricht das nicht dem traditionellen Karneval. Im Klartext heißt das, wenn Helene Fischers Hit „Atemlos“ aufgelegt wird, dann müssen die Vereine bei der Steuer tiefer in die Vereinskasse greifen.

Ein Streit mit Folgen

Der Streit zwischen einem Karnevalsverein und einem Finanzbeamten der Stadt Köln führte zum richtungsweisenden Urteil des Bundesfinanzhofs. Der Beamte wollte dem Verein keine Steuervergünstigungen gewähren, weil die Feiern des Vereins keinen Brauchtumscharakter hatten. So sind zum Beispiel bei einer Veranstaltung die Cheerleader des 1. FC Köln aufgetreten und das hat nach Ansicht des Finanzamtsmitarbeiters nichts mehr mit Brauchtum zu tun. Wenn bei einer Veranstaltung das Brauchtum eine eher untergeordnete Rolle spielt, dann ist das nicht förderungswürdig, so das Finanzamt, und der BFH gab dem Amt recht.

Vorsicht bei Kostümpartys

Wer als Verein eine Karnevalsparty ausrichten will, der muss darauf achten, dass diese Party auch zu 50 % etwas mit dem eigentlichen Karneval zu tun hat. Eine reine Kostümparty hat nach Ansicht des Gerichts keinen Bezug zum traditionellen Brauchtum, denn schließlich kann eine solche Party auch zu anderen Anlässen im Jahr, wie zum Beispiel zu Halloween veranstaltet werden. Um weniger Steuern zahlen zu müssen, sollte bei einer Veranstaltung zum einen die Musik stimmen und auch wenn es um die Kostüme geht, dann sollten die Vereine sehr genau darauf achten, dass die Kostüme der Gäste auch einen Bezug zum Karneval haben.

Bild: © Depositphotos.com / duha127


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.