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Was passiert, wenn CETA nicht kommt?

Am Mittwoch ist es so weit, dann stimmt das EU-Parlament über CETA ab und dabei geht es in erster Linie nicht nur um neue Marktzugangsregeln und Zölle, sondern vielmehr auch um die Zukunft der Europäischen Union. Rechte und linke Populisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Freihandelsabkommen mit Kanada zu verhindern, aber was bleibt, wenn es nicht zu CETA kommt? Die Antwort auf diese Frage könnte Abschottung bedeuten und das soll auf jeden Fall verhindert werden.

Eine offene Debatte

Dass sich große Teile der Bevölkerung weder mit TTIP noch mit CETA anfreunden können, hat seine Gründe. Zu lange wurde hinter hermetisch geschlossenen Türen verhandelt, nichts ist nach außen gedrungen und das führt zu Ablehnung und heftiger Kritik. Helfen könnte eine offene und vor allen Dingen eine ehrliche Debatte, aber auch ein Bekenntnis zu offenen Märkten, von denen besonders Europa profitieren könnte. Die Europäer sind die treibende Kraft hinter CETA und sie sind diejenigen, denen das Handelsabkommen mit Kanada am meisten nutzt. Europa lebt von seinen Exporten und es sind über zehn Millionen Arbeitsplätze, die an diesem florierenden Außenhandel hängen.

Schließt Europa die Trump-Lücke?

Die Wahl von Donald Trump hat Europa eine unerwartete Chance in die Hände gespielt, denn für Kanada sind die Amerikaner heute keine so verlässlichen Partner mehr. In diese Lücke, die einst von den USA besetzt war, kann jetzt Europa stoßen. Wenn sich die Amerikaner weiter aus dem Welthandel zurückziehen, dann bietet sich Europa als zuverlässiger Partner an und davon würde der ganze Kontinent profitieren.

Mit Japan klappt es besser

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und hier gehen die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen deutlich zügiger voran. Der Grund dafür ist ebenfalls in den USA zu finden, denn der neue Präsident Trump hat keine Zweifel daran gelassen, dass das ebenfalls heftig umstrittene Freihandelsabkommen TTIP mit ihm keine Chance hat. Das ist die Chance für Europa, sich mit Japan und mit dem sozialliberalen Kanada zwei starke Partner ins Boot zu holen.

Bild: © Depositphotos.com / MagMac83


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.