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<span class=ns>News:</span> Wie Paris gegen den Wohnungsmangel kämpft

Die französische Hauptstadt leidet stark unter Wohnraummangel und jetzt soll ein deutlich erhöhter Steuersatz auf Zweitwohnungen diesem Mangel ein Ende bereiten. Betroffen sind davon aber nicht nur Franzosen, die eine Zweitimmobilie haben, sondern auch die Touristen, die die Stadt an der Seine besuchen. Paris ist nach London, New York, Tokio und dem australischen Sydney die beliebteste Stadt der Welt, ob das aber in Zukunft auch so bleibt, ist fraglich.

Die Reichen stört es nicht

Viele Superreiche haben einen Zweitwohnsitz in Paris und sie wird es nicht sonderlich stören, wenn die Steuer für ihre Villen und Apartments erhöht wird. Aber es gibt noch andere Immobilienbesitzer in der Stadt, die diese drastische Maßnahme sehr empfindlich treffen wird. Der Stadtrat von Paris hat beschlossen, den Aufschlag auf die Wohnungssteuer nicht nur zu verdoppeln, er wird gleich verdreifacht. Das heißt, wer bisher 20 % an Steuern für seinen Zweitwohnsitz bezahlt hat, der wird jetzt mit 60 % zur Kasse gebeten und das zusätzlich zur normalen Grundsteuer. Für die Stadt lohnt sich das Geschäft, denn es wird mit 43 Millionen Euro mehr in der Haushaltskasse gerechnet.

Zu viele leere Wohnungen

Die Stadtverwaltung reagiert mit der Steuererhöhung auf die Proteste der Einwohner, die keine bezahlbare Wohnung finden und das, obwohl sehr viele Wohnungen leer stehen. Vor allem für Familien mit Kindern ist der Wohnraum knapp geworden, weil sich kaum jemand die horrenden Mieten in der Stadt leisten kann. Schuld am Dilemma sind die vielen Zweitwohnungen, die nur saisonal genutzt werden. Die Zahl dieser Wohnungen ist zwischen 1999 und 2014 um satte 43 % angestiegen, die Zahl der Erstwohnsitze aber nur um drei Prozent. Diese Ausuferung geht zulasten der Familien, die kein allzu großes monatliches Einkommen haben, meint der stellvertretende Bürgermeister von Paris, Ian Brossat von der Kommunistischen Partei. Allerdings wird es schwierig werden, alle Besitzer von Zweitwohnsitzen ausfindig zu machen, denn anders als in Deutschland gibt es in Frankreich keine Meldepflicht.

Bild: © Depositphotos.com / WDGPhoto

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.