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<span class=ns>News:</span> Anton Schlecker steht endlich vor Gericht

25.000 – so viele Frauen haben ihre Arbeit verloren, als die Drogeriekette Schlecker 2012 pleite ging. Ihr Schicksal hat ganz Deutschland bewegt, aber so groß wie die Empörung auch war, so schnell ist das Schicksal der „Schlecker-Frauen“ auch wieder aus der Öffentlichkeit verschwunden. Jetzt ist das Thema wieder da, denn in Stuttgart steht der ehemalige Chef der 25.000 Frauen endlich vor Gericht. Nicht nur Anton Schlecker, sondern auch seine Frau und seine beiden Kinder müssen sich jetzt vor dem Richter verantworten.

Was wirft die Staatsanwaltschaft der Familie Schlecker vor?

70 Millionen Euro – um diese Summe geht es beim Prozess um die Familie Schlecker. Die Staatsanwaltschaft möchte gerne wissen, wo das Geld geblieben ist und beschuldigt die Familie, diese Summe beiseite geschafft zu haben. Zudem soll Anton Schlecker die Lage in seinem Unternehmen falsch dargestellt und falsche Angaben beim Insolvenzgericht gemacht haben. Besonders brisant, Anton Schlecker hat wohl auch an Eides statt falsche Angaben gemacht. 204 Aktenordner hat der Staatsanwalt zusammen getragen, in denen es unter anderem um Insolvenzverschleppung und vorsätzlichen Bankrott geht. Schon dieser Vorwurf würde ausreichen, um Anton Schlecker zu einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren zu verurteilen.

Die „Schlecker-Frauen“ hoffen

Viele der ehemaligen Angestellten wollen in Stuttgart dabei sein, wenn ihr ehemaliger Chef und seine Familie vor Gericht stehen. Sie wollen, dass endlich die ganze Wahrheit auf den Tisch kommt und hoffen, dass sie etwas über die näheren Umstände des Bankrotts erfahren, denn hier liegt noch so einiges im Dunklen. Die Frauen sind heute noch wütend, dass Anton Schlecker es offenbar nicht für nötig gehalten hat, die Beschäftigen und den Betriebsrat darüber zu informieren, wie es um das Unternehmen stand. Sie werfen ihm außerdem vor, dass er nicht auf die Ideen und Anregungen seiner Angestellten gehört hat, um die Lage in den Läden zu verbessern.

3000 Frauen, die für Schlecker gearbeitet haben, wurden von Rossmann oder dm übernommen, andere haben sich mit einem eigenen Drogeriegeschäft erfolgreich selbstständig gemacht.

Bild: © Depositphotos.com / tupungato

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.