Bei McDonalds beginnt das Umdenken » Finanzen Heute

Bei McDonalds beginnt das Umdenken

Es allen reicht machen zu wollen ist sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich. Das musste jetzt auch die Chefetage von McDonalds erkennen, denn nachdem es in den letzten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Bestellungen weniger gegeben hat, beginnt jetzt das große Umdenken. Zu lange hat man sich als gesundheitsbewusstes Unternehmen präsentiert und nun stellt sich heraus, dass alles vergebliche Mühe und verschwendetes Geld war. Neue Ideen sind jetzt gefragt, denn die Fast-Food-Kette muss wieder zu ihrer ursprünglichen Identität zurückfinden, damit nicht noch mehr Kunden abspringen.

Den Kundenstamm erweitern

Eigentlich wollte man bei McDonalds nur den Kundenstamm erweitern und es begann eine Art Jagd auf neue Kunden, die viel Wert auf fleischloses und damit auch vermeintlich gesundes Essen legen. Aber bei dieser Jagd machte das Unternehmen einen sehr großen Fehler, es vernachlässigte seine Stammkunden und das hat letztendlich eine Menge Geld gekostet. Als es nicht mehr rund lief, wurde eine Studie zum Verhalten der Kunden in Auftrag gegeben, denn die Unternehmensleitung wollte wissen, warum die Kunden wegbleiben. Die Studie brachte viel Überraschendes ans Licht, denn der überwiegende Teil der für die Studie befragten Kunden sagte, dass sie lieber zu einem anderen Fast-Food-Anbieter gehen, wenn bei McDonalds verhältnismäßig viel gesunde Sachen wie Salat und Burger aus Gemüse angeboten werden.

Nicht verändern, sondern verbessern

Die Kunden wollen keinen veränderten McDonalds, sie wollen einen besseren McDonalds. Das sehen die Kunden ebenso wie die Kritiker, die sich mit dem neuen Konzept nicht anfreunden konnten oder wollten. Sie hatten schon lange gefordert, dass sich das amerikanische Unternehmen wieder mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren sollte, nämlich die Burger und weniger auf gesunde Wraps, Salate oder sogar Haferschleim. Damit wollte man den gesundheitsbewussten Kunden überzeugen, sagte die Unternehmensstrategin Lucy Brady, aber der Versuch ging gründlich daneben. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden in den Filialen in den USA einige Produkte von der Karte genommen.

Lernt McDonalds von Burger King?

Ob die Wende noch rechtzeitig kommt, wird sich erst später zeigen, aber dass sie gelingen kann, dafür ist der größte Konkurrent Burger King das beste Beispiel. Dort hat man schon vor einigen Jahren damit begonnen, die gesunden Produkte aus dem Angebot zu nehmen und seitdem können sich die Zahlen endlich wieder sehen lassen. Aber bei McDonalds geht man noch einen Schritt weiter, denn es werden auch neue Methoden der Zubereitung getestet. Damit sollen die beiden Bestseller, der Big Mac und der Royal TS aufgewertet werden. In den US-Bundesstaaten Texas und Oklahoma hat man zudem damit begonnen, nicht mehr tiefgefrorenes, sonders frisches Fleisch für die Burger zu verwenden. Neues gibt es auch aus dem McCafé, denn dort möchte man die Qualität und die Präsentation des Gebäcks verbessern, da auch hier die gesunden Kuchen kaum Abnehmer gefunden haben.

Gibt es bald einen Lieferdienst?

Um die wirtschaftliche und finanzielle Talfahrt zu stoppen, muss sich das Fast Food Unternehmen etwas einfallen lassen. Man will auf die Wünsche der Kunden besser eingehen und dazu könnte auch ein Lieferservice gehören, denn immer mehr Kunden hatten verlauten lassen, dass sie ihre Burger und Pommes frites gerne zu Hause genießen möchten. In den USA wird dieser Service schon getestet und auch in Europa will man bald damit beginnen, einen Lieferdienst einzurichten. Schon im vergangenen Jahr gab es eine erste Testphase in München und in Köln, in Asien gehört der Lieferservice schon seit einigen Jahren zum Standardangebot. In Florida will das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem privaten Fahrdienst Uber eingehen, der dann die Bestellungen von den Filialen zu den Kunden bringt. Zudem ist geplant, in 20.000 Filialen die Bestellung und die Bezahlung mit einer App für das Smartphone möglich zu machen, zudem will man eine Milliarde Dollar in die Renovierung der Restaurants investieren.

Bild: © Depositphotos.com / ibphoto

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.