Arztpraxis übernehmen oder gründen – welche Investition lohnt sich? » Finanzen Heute

<span class=sponsored_text>Gesponsert:</span> Arztpraxis übernehmen oder gründen – welche Investition lohnt sich?

Schon Medizinstudenten machen sich Gedanken darüber, ob sie nach Examen und Promotion an einer Klinik oder in der eigenen Praxis arbeiten möchten. Die Entscheidung für die Klinik fällt leicht, denn der zukünftige Arzt muss kein Geld investieren, er hat ein sicheres Einkommen und relativ gute Karrierechancen. Viele wollen sich aber nicht in den stressigen Krankenhausalltag mit Schichtdienst einbinden und möchten lieber eine eigene Praxis gründen. Dann stellt sich aber die Frage: Soll die Praxis von einem Kollegen übernommen werden oder ist es besser, eine eigene Praxis zu gründen?

Was spricht für die Praxisübernahme?

Wer sich für die Praxisübernahme entscheidet, der hat den großen Vorteil, auf die Patientendaten seines Vorgängers zurückgreifen zu können, was die Planung sehr viel einfacher macht. Alle Ergebnisse und Zahlen des Kollegen sind bereits vorhanden und damit lässt sich die Prognose für die Zukunft besser gestalten. Dazu kommt, dass die Praxis bereits eingerichtet und ausgestattet ist, was wiederum viel Geld spart. Wie teuer die Übernahme einer bestehenden Praxis wird, das richtet sich nach dem Umfang der Ausstattung. Wenn der Kollege beim medizinischen Gerät nämlich nicht auf dem neusten Stand ist, dann muss unter Umständen viel Geld ausgegeben werden. Bei den Kosten spielt auch die Frage eine entscheidende Rolle, ob die Praxis eines Allgemeinmediziners oder eine Facharztpraxis übernommen wird.

Was spricht für die Praxisgründung?

Die Gründung einer eigenen Praxis ist für jeden Arzt ein Novum und immer ein sehr komplexer Vorgang, den kaum ein Jungmediziner alleine bewältigen kann. Der entscheidende Faktor bei einer Praxisgründung ist die Finanzierung, denn je nach Fachrichtung kann die Praxisgründung sehr viel Geld kosten. Wenn im eigenen Haus oder vielleicht auch im Haus der Eltern keine geeigneten Räume zur Verfügung stehen, dann müssen die Praxisräume gemietet und dann nach den eigenen Vorstellungen ausgestattet werden. Sinnvoll ist es, sich nach passenden Räumen in einem sogenannten Ärztehaus umzusehen, denn die Räume in diesen Häusern sind perfekt auf die Ansprüche einer Arztpraxis zugeschnitten. Für die Gründung einer Praxis muss auf jeden Fall deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden, als bei der Übernahme der Praxis eines Kollegen.

Welche Voraussetzungen für die Zulassung gibt es?

Alle jungen Mediziner, die eine Approbation als Arzt haben, dürfen grundsätzlich auch eine Praxis gründen, in der sie aber nur Privatpatienten und Patienten behandeln dürfen, die selbst zahlen, jedoch von diesen Patienten kann kaum ein Arzt leben. Wer als Arzt auch gesetzlich versicherte Patienten behandeln will, der muss eine Zulassung als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenkassen haben. Da die gesetzlich versicherten Patienten in der Überzahl sind, kann kein Arzt darauf verzichten und muss sich um diese Zulassung bewerben. Der Antrag muss schriftlich an den Zulassungsausschuss gerichtet werden und wenn die Prüfung positiv ausfällt, dann bekommt der Mediziner auch die Bewilligung. Für die Zulassung gibt es Wartelisten, denn sehr viele Gebiete sind zulassungsbeschränkt, das heißt, es gibt bereits Ärzte, die im gewünschten Fachbereich eine Praxis führen. Wer eine Praxis übernimmt, hat es bei der Zulassungsbeschränkung deutlich einfacher.

Wer finanziert die Neugründung oder die Übernahme?

Wer eine Praxis gründet, der muss sie einrichten und medizinische Geräte anschaffen. Wer eine Praxis übernimmt, der muss unter Umständen sanieren, modernisieren oder umbauen. Das alles kostet sehr viel Geld und dieses Geld verleiht unter anderem die Deutsche Apotheker- und Ärztebank im Rahmen eines Existenzgründerdarlehens. Für die Neugründung müssen Ärzte im Schnitt mit 120.000 Euro rechnen, das ist allerdings die untere Grenze, denn je nach Fachrichtung kann es teurer werden. Rund 113.000 Euro kostet es durchschnittlich, wenn die Praxis übernommen wird, aber auch hier gibt es große Unterschiede. Besonders teuer ist es als Orthopäde eine Praxis einzurichten, denn hier werden knapp 380.000 Euro für die Neugründung und 195.000 für die Übernahme fällig.

Bild: © Depositphotos.com / ivonnewierink


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Arztpraxis übernehmen oder gründen – welche Investition lohnt sich?
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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.