News: Kein Familiennachzug – vielen Kommunen fehlt das Geld » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Kein Familiennachzug – vielen Kommunen fehlt das Geld

Alle Migranten, die einen sogenannten subsidiären Schutz genießen, dürfen ihre Familien bis zum März des nächsten Jahres nicht nach Deutschland holen. Wenn es nach Johannes Singhammer (CSU), dem Vizepräsidenten des Bundestags geht, dann soll diese Frist sogar noch verlängert werden. Der Grund für diese Forderung ist wirtschaftlicher Natur, denn vielen Gemeinden und Kommunen fehlt es schlicht an Geld, noch mehr Migranten zu versorgen.

Kein Wohnraum, keine Kitas

Johannes Singhammer möchte den Zeitpunkt für den Familiennachzug auf das Jahr 2020 verlegen, denn aktuell fehlt es den Kommunen sowohl an Kitaplätzen, an Plätzen in Altenheimen, an Wohnungen und auch an Schulen. Der Politiker warnt eindringlich vor den gravierenden Folgen eines zu frühen Nachzugs, denn das würde den Kostenrahmen der Gemeinden sprengen. Nach Prognosen des Bundesinnenministeriums wird jeder Syrer ein bis zwei Familienangehörige nachholen und zu den jetzt schon in Deutschland lebenden 500.000 Syrern würden dann noch einmal eine bis anderthalb Millionen Menschen kommen. Das ist für viele Kommunen, die jetzt schon Probleme damit haben, die Einheimischen zu versorgen, zu viel.

Zu viele Probleme

Die Belastungen für die Kommunen und Gemeinden sind enorm. Sie müssen nicht nur die bereits vor Ort lebenden Migranten versorgen, sie müssen auch den weiter anhaltenden Zuzug von Asylbewerbern bewältigen. Das führt zu einer Situation der permanenten Überforderung, vor allem wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Wenn der Familiennachzug für alle subsidiären Schutzberechtigten nicht vorzeitig beendet wird, dann kann es für viele Kommunen und Gemeinden zu einem finanziellen und wirtschaftlichen Kollaps kommen.

Die Zahlen steigen

Die Zahl derjenigen, die von der Aussetzung des Familiennachzugs betroffen sind, ist auf 179.000 gestiegen, darunter waren auch 137.000 Menschen aus Syrien. Im Februar 2016, dem letzten kompletten Monat vor der Aussetzung, bekamen nur 270 Migranten einen subsidiären Schutz, im April waren es aber schon 4416 Menschen. Anschließend stiegen die Zahlen bis zum September 2016 auf mehr als 28.000 an, im Januar und Februar dieses Jahres gingen die Zahlen allerdings wieder zurück und liegen jetzt bei 26.000.

Bild: © Depositphotos.com / vverve

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.