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Immer mehr Unternehmen verlassen Nordrhein-Westfalen

Am 14. Mai werden die Wahlberechtigten im größten deutschen Bundesland an die Wahlurnen gerufen, um über einen neuen Landtag abzustimmen. Der Ausgang der Wahl wird mit großer Spannung erwartet, denn es ist längst nicht mehr alles perfekt im einstigen Musterland Nordrhein-Westfalen. Das Land hat sich zu einem Problemfall entwickelt, es gibt einen gewaltigen Schuldenberg von 180 Milliarden Euro und wenn es den Länderfinanzausgleich nicht geben würde, dann wäre das Land zwischen Rhein und Weser schon lange bankrott. Wie geht es weiter mit Nordrhein-Westfalen, dem einst so blühenden Land mit einer gesunden Wirtschaft?

Nordrhein-Westfalen soll gerechter werden

Das Land soll gerechter werden – so lautet die Wahlkampfparole der amtierenden rot-grünen Landesregierung unter der Führung von Hannelore Kraft (SPD). Viele fragen sich zu Recht, was denn gerechter werden soll in einem Bundesland, das mittlerweile in der Armutszone angekommen ist. Immer wieder wurden Anträge von Firmen abgelehnt, die sich in Nordrhein-Westfalen niederlassen wollten und an qualifizierten Facharbeitern fehlt es auch. Kohle und Stahl haben das Land im Westen einst reich gemacht, aber jetzt gibt es einen Strukturwandel, der nur sehr schleppend vorankommt. Gegenüber den anderen 15 Bundesländern liegt NRW ganz weit unten auf der Erfolgsskala und viele bezeichnen das einst so reiche Land heute als das Griechenland der Republik.

Die Schulden werden wachsen

Es ist Bayern, das im Rahmen des Länderfinanzausgleichs NRW über Wasser hält und sehr wahrscheinlich auch weiter über Wasser halten muss, denn die jetzige Regierung will so weitermachen wie bisher. Es sollen weitere Schulden gemacht werden und geplant ist, dass die reichen Bundesländer Gelder in Höhe von zwei Milliarden Euro beisteuern. Alle anderen Bundesländer werden in diesem Jahr wohl ohne Kredite zurechtkommen, außer Nordrhein-Westfalen, das es einfach nicht schafft, sich aus seiner Krisensituation zu befreien. Die Folgen dieser Politik sind vor allem in den großen Städten unübersehbar geworden, denn hier verwahrlosen ganze Straßenzüge, die Geschäfte sind geschlossen und auch was die Zahl der Wohnungseinbrüche angeht, liegt NRW weit über dem Durchschnitt. Es fehlt an qualifiziertem Personal und die Sicherheitsbehörden haben die Lage schon lange nicht mehr im Griff.

Wie geht es weiter?

Viele befürchten, dass die Wahl am 14. Mai keine Veränderungen bringen wird und dass das Land nicht mehr aus dem tiefen Tal herauskommen wird. Die Wirtschaft wird weiter unter erheblichen Wachstumsschwächen leiden, denn es gibt keine Innovationen und keine Strategien, die endlich für mehr Motivationen sorgen könnten. Aber es ist nicht nur die unübersehbare Armut in Nordrhein-Westfalen, es ist auch das Exportgeschäft, das einfach nicht funktionieren will. Seit Jahren hinkt NRW hinter den anderen Bundesländern hinterher und es wird immer unwahrscheinlicher, dass jemals der Anschluss gelingt. Bleibt noch das Problem der Arbeitslosigkeit, denn auch damit hat das Land schwer zu kämpfen. Mit einer Quote von acht Prozent hat NRW die höchste Quote in ganz Deutschland.

Die Wirtschaft wird abwandern

Wenn die rot-grüne Regierung im Mai bestätigt wird, dann befürchten viele, dass sich der wirtschaftliche Abwärtstrend im einzigen Vorzeigeland noch einmal beschleunigen wird. Einige Unternehmen, die jetzt noch ausharren und hoffen, dass die Wahl vielleicht etwas verändern wird, haben bereits signalisiert, dass sie ihren Standort in den Süden Deutschland verlegen wollen. Baden-Württemberg und Bayern heißen die angestrebten Ziele, denn dort fühlen sich vor allem Technologieunternehmen und die vielen wissensintensiven Branchen sehr wohl. In Hinsicht auf das Nullwachstum und die durchweg schlechten Prognosen, die NRW von führenden Wirtschaftswissenschaftlern bekommt, ist das durchaus verständlich.

Die Bürger sind einfach unzufrieden, und zwar mit ihren Städten, die mehr und mehr verfallen, mit der hohen Arbeitslosigkeit, der hohen Kriminalitätsrate, den kaputten Straßen, der schlechten Anbindung an das Internet und den endlosen Staus auf den Autobahnen. Es ist jedoch zu befürchten, dass sie weiterhin einer rot-grünen Regierung vertrauen, die nichts ändern wird.

Bild: © Depositphotos.com / NikD51

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.