Die Kaffeepreise steigen – die Deutschen stört das nicht » Finanzen Heute

Die Kaffeepreise steigen – die Deutschen stört das nicht

Ob Filter, Pad oder Kapsel – die Deutschen lieben ihren Kaffee und da Liebe bekanntlich blind macht, übersehen die Deutschen gerne, dass ihr geliebtes Heißgetränk immer teurer wird. Das gilt vor allem für den Kaffee in Kleinstpackungen, also dem Kaffee in der Kapsel, denn hier sind die Preise deutlich angestiegen. 37 Cent kostet mittlerweile eine einzige Tasse Kaffee und wenn die Kaffeepreise weiter steigen, dann wird das Getränk aus der Bohne irgendwann einmal Luxus sein, den sich nicht mehr jeder leisten kann.

Hauptsache teuer

Auch beim Kaffee gibt es bestimmte Trends und der neuste Trend ist Kaffee aus weißen Bohnen. Diese Kaffeebohnen kommen aus Kolumbien oder aus Ostafrika und sie werden bei einer niedrigen Temperatur hell geröstet. Die Bohnen sind daher nach der Röstung nicht wie üblich dunkelbraun, sie haben vielmehr eine hellbraune Färbung. Der Geschmack ist Ansichtssache, denn statt des typisch herben Kaffeearomas schmeckt der Kaffee aus den weißen Bohnen eher fruchtig. „Third Wave Coffee“ heißt diese neue Kreation, die doppelt so teuer ist wie herkömmlicher Kaffee. Aber das stört die Kaffeefans nicht, denn der neue Kaffee verkauft sich sehr gut. Kaffeetrinker geben zwar immer mehr Geld für ihr Lieblingsgetränk aus, aber sie trinken nicht mehr Kaffee als noch vor ein paar Jahren. Was sich verändert, das sind die Kaffeepreise, denn die steigen immer weiter.

Die Kapseln kosten richtig Geld

Die Zahlen sind beeindruckend: Zwischen 2010 und 2015 hat sich der Absatz von portioniertem Kaffee in Deutschland um 42 % auf jetzt 51.500 Tonnen erhöht. Die Deutschen sind verrückt nach Kaffee in Kapseln und Pads, die Kaffeepreise spielen dabei offenbar keine Rolle. 60 % des Kaffees, der in Deutschland gekauft wird, ist in Pads verpackt, 40 % in Kapseln. Auch der klassische Filterkaffee spielt nach wie vor noch eine wichtige Rolle, aber einen einheitlichen Kaffeepreis gibt es schon lange nicht mehr. Der Kaffee aus biologischem Anbau, der Kaffee mit dem Umweltsiegel und auch teure Spezialröstungen machen heute einen Unterschied von 100 % bei den einzelnen Kaffeepackungen aus. Deutlich wird das bei den Einzelpreisen für eine Tasse Kaffee, denn eine Tasse aus der Kapsel kostet 37 Cent, eine Tasse aus einem Pad 16 Cent und eine Tasse gefilterter Kaffee ist für sieben Cent zu haben.

Auf dem Kaffeemarkt gibt es keine Verlierer

Auf dem deutschen Kaffeemarkt gibt es keine Verlierer und das lässt die Kaffeepreise weiter nach oben steigen. Während sich der Lebensmittelmarkt mit billigen Angeboten regelrechte Schlachten liefert, sind diese Praktiken im Kaffeehandel unbekannt. Nur 35 % der Konsumenten wechseln die Marke, wenn die Kaffeepreise anziehen. Rund ein Viertel wechselt die Marke, wenn die Qualität des Kaffees nachlässt und 39 % sind neuen Kaffeesorten gegenüber aufgeschlossen und werden deshalb ihrer Marke untreu. Die Kaffeepreise spielen bei der Wahl keine Rolle. Aber nicht nur die Pads und Kapseln sind ein Renner, auch der Verkauf der ganzen Bohnen ist um acht Prozent gestiegen. Dieser Hype beflügelt wiederum den Absatz von Kaffeevollautomaten, die gerne auch mal vierstellige Summen kosten dürfen.

Die Kaffeepreise steigen weiter

Die Deutschen lassen sich die Lust auf eine gute Tasse Kaffee nicht verderben, auch wenn die Preise für den Kaffee steigen und steigen. Selbst der lösliche Kaffee kommt gut an, obwohl auch hier die Preise gestiegen sind. Das Gleiche gilt für Mixgetränke aus Kaffee und die vielen Kaffeespezialitäten wie Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso oder Mokka. Um rund fünf Prozent ist der Absatz auf diesem Sektor gestiegen und das trotz der höheren Preise. Die Lust am Kaffee bleibt und es sind nicht nur älteren Menschen, die ihren Kaffee lieben, auch immer mehr jüngere Menschen kommen auf den Geschmack und trinken immer öfter eine gute Tasse Kaffee.

Bild: © Depositphotos.com / wideonet


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.