News: Saudi-Arabien hat Wachstumsprobleme » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Saudi-Arabien hat Wachstumsprobleme

Bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Frauenrechte angesprochen, aber da sie von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, ging es natürlich auch um geschäftliches und um die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten. Saudi-Arabien hat wie viele andere arabische Länder auch, ein großes Problem mit dem Wirtschaftswachstum. Die Länder suchen nach neuen Geschäftsmodellen und machen dabei einen gravierenden Fehler.

Die Finanzen in den Griff bekommen

Über einen sehr langen Zeitraum haben die Länder im Mittleren Osten wie zum Beispiel Saudi-Arabien, Erdöl aus dem Boden geholt, das Öl teuer auf dem Weltmarkt verkauft und einen großen Teil des Wohlstands, der auf diese Weise entstanden ist, als Subventionen und in Form von Beamtenjobs wieder unter das Volk gebracht. Dieses Wirtschaftsmodell funktionierte so lange, wie der Ölpreis hoch war, jetzt ist er allerdings niedrig und die Staaten wie Saudi-Arabien müssen sparen, um ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen.

Kaum Zuwachsraten

In Ländern wie Saudi-Arabien, dem Irak oder Kuwait dürfte das Bruttosozialprodukt in den nächsten Jahren deutlich schrumpfen. Saudi-Arabien konnte gerade einmal 0,4 % beim BIP zulegen und 2018 wird es nicht viel besser sein, vermutlich wird es nicht über die Grenze von zwei Prozent steigen. Wie schlecht es um Saudi-Arabien steht, das zeigt der Vergleich mit Griechenland, dem Sorgenkind der EU. Ökonomen bescheinigen den Griechen mehr Dynamik beim Wirtschaftswachstum, als das in Saudi-Arabien der Fall ist.

Immer noch ein reiches Land

Saudi-Arabien ist trotz allem immer noch ein sehr reiches Land, denn nach wie vor werden jeden Tag zehn Millionen Barrel Öl gefördert. Was Probleme machen könnte, das ist der aufgeblähte Staatsapparat und es ist eine interessante Frage, wie lange das Land sich diesen Luxus noch leisten kann. Aktuell bekommen die Saudis für ein Barrel Öl rund 51 Dollar, wenn das Land aber wie gewohnt weitermachen will, dann müsste der Ölpreis auf den internationalen Märkten schon auf einen Preis von mindestens 84 Dollar für ein Barrel steigen. Private Anleger lassen die Saudis kaum zu, sie wollen sogar die Sondersteuer für die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter drastisch erhöhen.

Bild: © Depositphotos.com / Alexis84

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.