Das kostet die deutschen Sparer die Nullzinspolitik

Veröffentlicht: 22. Mai 2017 | 13:57 Uhr
Das kostet die deutschen Sparer die Nullzinspolitik

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen auf 0,00 % heruntergeschraubt, um mit günstigem Kapital die Konjunktur anzukurbeln, die Sparer in Deutschland müssen diese fragwürdige Geldpolitik allerdings sehr teuer bezahlen. 436 Milliarden Euro kostet die Nullzinspolitik die deutschen Sparer und jeder verliert dabei mehrere tausend Euro. Seit 2010 müssen die Anleger bereits hohe Zinseinbußen hinnehmen und wie lange dieses Trauerspiel noch dauern wird, ist völlig offen.

Eine neue Studie

Eine neue Studie der DZ Bank, die jetzt in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ veröffentlicht wurde, zeigt das ganze Dilemma der deutschen Sparer. Die Studie bezieht sich bei ihren Zahlen auf einen Vergleichszeitraum zwischen 1998 und 2008, denn auch schon damals verloren die Anleger viel Geld. Allerdings waren es „nur“ 344 Milliarden Zinseinnahmen, die den Anleger entgangen sind, heute werden noch einmal 92 Milliarden dazugelegt und das macht die Summe von 436 Milliarden Euro aus. Auf jeden Bundesbürger umgelegt würde das bedeuten, das jeder, der spart, im Schnitt 5317 Euro verliert. Die Deutschen zahlen also einen sehr hohen Preis für die lockere Geldpolitik der EZB.

Günstige Kredite

Des einen Leid ist des anderen Freud, heißt es in einem Sprichwort. Für die EZB heißt das, die Sparer sollen sich nicht beklagen, denn die 0,00 % Zinsen bedeuten auch, dass es niedrige Kredite gibt. Das mag vielleicht stimmen, aber da Kredite immer von der Bonität des Kreditnehmers abhängen, kommen noch lange nicht alle in den Genuss der niedrigen Kreditzinsen. Profitieren können einmal mehr die Besserverdiener, die mit einer guten Bonität ausgestattet sind und die jeden Kredit bekommen. Für die meisten Deutschen spielen die niedrigen Kreditzinsen, die die EZB so anpreist, gar keine Rolle.

Es soll konsumiert werden

Die Nullzinspolitik der EZB soll nicht nur den Krisenländern wie Italien und Griechenland helfen, an günstiges Geld zu kommen, die Europäische Zentralbank verfolgt noch ein anderes Ziel. Sie will die Konjunktur in den Ländern der EU ankurbeln und das funktioniert am besten, wenn es keinen Anreiz mehr gibt, Geld auf die hohe Kante zu legen. Wenn es keine Zinsen mehr gibt, dann geben die Bürger ihr Geld aus und das sorgt für volle Kassen. Wer sich dem Kaufzwang nicht unterwerfen möchte und verzweifelt nach einer rentablen Anlagemöglichkeit sucht, der landet nicht selten bei überteuerten Immobilien und Wertpapieren, die mehr als riskant sind.

Bild: © Depositphotos.com / grinvalds

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.