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<span class=ns>News:</span> In Deutschland stagniert der Wohnungsbau

2016 wurden in Deutschland so viele Wohnungen gebaut wie seit 2004 nicht mehr, aber trotzdem reicht es bei Weitem nicht aus. Ein Grund für die Stagnation beim Wohnungsbau ist, dass viele Baugenehmigungen ungenutzt herumliegen. Schuld daran sind Spekulanten, die hoffen, dass die Preise für Grundstücke weiter steigen und sie damit ihren Gewinn noch mehr steigern können. Die Leidtragenden dieser zweifelhaften Preispolitik sind vor allem Familien, die dringend eine preiswerte Wohnung brauchen.

Die Statistik stimmt

Im vergangenen Jahr wurden knapp 278.000 Wohneinheiten gebaut und das sind 30.000 oder zwölf Prozent mehr als noch im Jahr 2015. Das hat das Statistische Bundesamt bekannt gegeben und hinzugefügt, dass die positive Entwicklung, die 2011 begann, sich fortgesetzt hat. Auch wenn nach der Statistik alles rosig aussieht, die Realität sieht etwas anders aus, denn vor allem in den Ballungsräumen ist der Bedarf an Wohnraum noch nicht annähernd gedeckt. Die Baubranche kann gar nicht so viel bauen, wie genehmigt wurde und die Eigentümer der Grundstücke spekulieren zudem auf steigende Preise und lassen daher die Baugenehmigungen ungenutzt in der Schublade liegen.

Die Ministerin ist zufrieden

Die Baubranche und auch die Bundesregierung gehen davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird, denn alleine durch die starke Zuwanderung werden mindestens noch 350.000 Wohnungen gebraucht. Das Institut der deutschen Wirtschaft geht von einem noch höheren Bedarf aus und beziffert den Bedarf auf 380.000 Wohnungen. Alleine 130.000 Wohnungen müssen in den 20 großen Städten des Landes gebaut werden, aber geschehen ist bis heute nichts. 2016 wurden 375.000 Bauanträge genehmigt, aber es wird kaum gebaut. Insgesamt wurden 605.800 Baugenehmigungen erteilt, fertiggestellt wurde aber kaum eine Wohnung. Bundesbauministerin Barbara Hendricks ist zufrieden, denn ihrer Meinung nach geht alles den richtigen Weg, aber es muss auch so weitergehen.

Zunehmende Spekulationen

Wie kaum eine andere Branche, profitiert die Baubranche von den anhaltend niedrigen Zinsen. Während es auf der einen Seite immer mehr private Bauherren gibt, die sich den Traum vom Haus erfüllt haben, gibt es auf der anderen Seite immer mehr Investoren, die viel Geld in Immobilien stecken, was auch zu stetig steigenden Preisen führt. Die Baufirmen sind voll ausgelastet und können keine Aufträge mehr annehmen, es fehlt an Bauland, weil die Städte und Gemeinden zu wenig Bauland ausweisen und durch die zunehmenden Spekulationen ist aktuell kein Ende der Wohnungsnot in Sicht.

Bild: © Depositphotos.com / believeinme

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.