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<span class=ns>News:</span> Italien schafft das Kleingeld ab

Das Bargeld soll abgeschafft werden, aber die Banken und Einzelhändler wollen bei diesem Vorhaben nicht mit der berühmten Tür ins Haus fallen. Die Abschaffung von Münzen und Scheinen wird eher ein schleichender Prozess der kleinen Schritte. In Italien wagt man deshalb im nächsten Jahr einen weiteren kleinen Schritt, in dem die beiden kleinsten Euromünzen verschwinden werden. Aber das wird 2018 nicht der einzige Schritt in Richtung Bargeldabschaffung sein.

Zu teuer und zu langsam

Den Einzelhändlern und vor allen Dingen den Banken ist das Bargeld schon lange ein Dorn im Auge. Zu teuer, zu ineffizient, zu langsam und zu schlecht zu kontrollieren – so lauten die Argumente der Bargeldgegner und in Italien sind diese Gründe offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. Ab dem 1. Januar 2018 wird es zwischen Mailand und Bari, Florenz und Rom weder 1- noch 2-Cent-Münzen geben. Die zuständige Bilanzkommission der Abgeordnetenkammer in der Hauptstadt Rom hat beschlossen, dass alle Preise auf den nächsten 5-Cent-Betrag aufgerundet werden.

In Europa wird diskutiert

Die Idee, die kleinsten Euromünzen abzuschaffen, stammt noch von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi und die damalige Regierung hatte auch gleich die passende Begründung mitgeliefert. In der Herstellung im Vergleich zum Materialwert sind die kleinen Münzen besonders teuer, zudem sind die kleinen Münzen auch unhandlich. Einen Monat nach dem Verschwinden der Münzen muss Italien seine Entscheidung der Europäischen Zentralbank mitteilen und wahrscheinlich muss sich die EZB danach noch um andere Länder in Europa kümmern, denn Italien ist nicht der einzige Kandidat, der auf das Kleingeld verzichten will. In einigen Ländern wird schon länger darüber diskutiert, ob das Kleingeld aus den Geldbörsen verschwinden soll.

Die großen Scheine verschwinden

Schon vor zwei Jahren hatten die Deutschen sich dafür ausgesprochen, die beiden kleinen Euromünzen abzuschaffen, eine gänzliche Abschaffung des Bargelds lehnen die Deutschen aber nach wie vor ab. Abgeschafft wird hingegen der 500-Euro-Schein, und zwar schon Ende des Jahres 2018. Die lila Scheine sind dann offiziell kein Zahlungsmittel mehr, sie werden aus dem Verkehr gezogen, geschreddert und durch andere Banknoten ersetzt, die einen kleineren Nennwert haben. Damit geht ein großer Wunsch der EZB in Erfüllung, die die Abschaffung des größten Euroscheins schon vor zwei Jahren beschlossen hatte. Für die EZB war der 500er eine Banknote für „kriminelle Zwecke“ und ein beliebtes „Instrument für illegale Aktivitäten“.

Bild: © Depositphotos.com / coolfonk

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.