Wie gefährlich ist die Katar-Krise? » Finanzen Heute

Wie gefährlich ist die Katar-Krise?

Als einige Länder in der arabischen Welt ihre Verbindungen und Beziehungen zu Katar gekappt haben, sorgten sie für eine handfeste Krise und für ein Beben an den weltweiten Aktienmärkten. Die Börse in dem kleinen, aber sehr mächtigen Land erlebte einen gewaltigen Einbruch der Kurse und davon sind jetzt auch deutsche Unternehmen betroffen. Die Finanzmärkte haben einen guten Instinkt, wenn es um politische Machtverschiebungen geht und das Beben an der Börse von Katar zeigt sehr deutlich, dass sich das politische Machtgefüge im Nahen Osten stark verschoben hat.

Saudi-Arabien probt den Aufstand

Es war der Nachbar Saudi-Arabien, der zusammen mit fünf anderen arabischen Ländern zur Überraschung der Weltöffentlichkeit seine diplomatischen Beziehungen und auch seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Katar abgebrochen hat. Saudi-Arabien, Ägypten, der Jemen, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihr Personal aus Katar abgezogen und klar gemacht, dass man die wirtschaftlichen Beziehungen auflösen will. Nachdem es in Katar zum Börsencrash gekommen war, reagierten auch die internationalen Investoren und das kleine reiche Scheichtum viel in Ungnade.

Streit ums Öl?

Die Streitigkeiten ums Öl innerhalb der OPEC könnten ein Grund sein, warum die arabische Welt mit Katar gebrochen hat. Zunächst gab es einen Preissprung nach oben, dann rutschte der Ölpreis im Verlauf des Handels plötzlich wieder ab. Katar ist eines der Mitgliedsländer der OPEC und nachdem das Emirat kaltgestellt wurde, kommt es nach Ansicht von Experten wohl wieder zu einem Familienstreit innerhalb des Ölkartells. Streit ist nichts Ungewöhnliches in der OPEC, in der 57-jährigen Geschichte wurden sogar schon Kriege geführt, aber die momentanen Auseinandersetzungen sind anders und können die OPEC extrem schwächen.

Katar – die winzige Supermacht

Katar ist so etwas wie ein kleiner Riese, denn das Emirat hat gerade einmal 2,3 Millionen Einwohner, ist aber unendlich reich. Kein anderes Land der Welt hat ein so hohes Pro-Kopf-Einkommen und auch wenn es um die Staatsfonds geht, ist das kleine Land an der östlichen Küste der Arabischen Halbinsel ein Riese. Rund 335 Milliarden schwer sind die Beteiligungen an Firmen in Europa und auch in Deutschland, wo Katar 17 % an Volkswagen und 3,3 % an Siemens gehören. Die Königsfamilie hält zudem einen sehr großen Anteil an der Deutschen Bank. Wenn es zu weiteren Streitigkeiten im Nahen Osten kommt, dann birgt das auch ein großes Risiko für deutsche Unternehmen.

Bild: © Depositphotos.com / BlackSpring1


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.