Ist Italien der nächste Euro-Wackelkandidat?

Ist Italien der nächste Euro-Wackelkandidat?

Griechenland und Frankreich sind offenbar aus der Gefahrenzone, aber es gibt schon wieder eine massive Gefahr für den Euro und die heißt Italien. Das südeuropäische Land macht die Euro-Zone weiter zum Krisenherd und die Lage ist ernst, denn Italien rüstet sich für die finale Schlacht. Italien ist sehr hoch verschuldet und muss sich etwas einfallen lassen, um die drückende Last der Verbindlichkeiten zu reduzieren. Die italienische Politik arbeitet schon an Alternativen zum Euro und von einem Austritt über die Einführung einer Parallelwährung bis zum Schuldenschnitt ist alles dabei.

Immer neue kreative Ideen

Möglich ist in diesen Tagen alles, aber aus Rom kommen keine konkreten Signale, außer vielleicht, dass man es in Italien jetzt offensichtlich leid ist, noch mehr zu sparen. Das ruft nach neuen kreativen Ideen, die vor allem in Deutschland nicht allzu gut ankommen. Die Italiener kümmert die Kritik aus Berlin wenig, denn es wurde bereits sehr offen darüber diskutiert, wie man Deutschland praktisch erpressen kann, wenn die Bundesrepublik nicht bereit sein sollte, beim Abbau der enormen Altlasten zu helfen. Deutschland kann es nicht gleichgültig sein, was das gerade in Italien geschieht, denn schließlich geht es um die Zukunft des Euro.

Berlin reagiert nicht

Die Verbindlichkeiten Italiens brechen immer wieder neue Rekorde. Auch in Deutschland wird es eventuell zu großen Schäden in der Bilanz kommen, zum Beispiel durch die Commerzbank, die Münchener Rück und die Allianz, die italienische Staatsschulden in Milliardenhöhe halten. Es ist allerdings erstaunlich, dass im Angesicht dieser drohenden Kulisse die Regierung in Berlin so teilnahmslos reagiert. Nur die Ökonomen sind sich ausnahmsweise mal einig, denn für sie sind die großen Probleme, die Italien hat, die wohl letzte große Schlacht, die um den Euro geschlagen wird.

Griechenland war gestern

Die Probleme im Euroraum werden nicht kleiner, sie werden eher noch größer. Dabei würde es der Euro-Zone guttun, mal wieder durchatmen zu können. Das Problem mit Griechenland hat man einigermaßen in den Griff bekommen, der Brexit wurde verdaut und auch in Frankreich ist nach der Wahl von Emmanuel Macron wieder ein Silberstreif am Horizont aufgetaucht. Was bleibt, ist das Schuldendrama um Italien und das ist keine Kleinigkeit, denn schließlich ist Italien nach Deutschland und Frankreich die drittgrößte Wirtschaftsmacht im Euroraum. Finanzexperten sind sich sicher, dass Italien nicht im Euro bleiben kann und dass sich das Schicksal der Währungsunion in Italien entscheidet.

Bild: © Depositphotos.com / 123bubu45


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.