Warum in Österreich nur glückliche Rentner leben

Warum in Österreich nur glückliche Rentner leben

„Tu Felix Austria“ – du glückliches Österreich, so hieß einst der Wahlspruch der Habsburger, und dieses Motto könnte heute für die österreichischen Rentner gelten. Während sich viele Deutsche große Sorge um ihre Rente machen, lehnen sich die Österreicher entspannt zurück, denn sie bekommen rund 60 % mehr Rente. Da stellt sich die Frage, ob man in Österreich vielleicht besser rechnen kann als in Deutschland, denn trotz des demografischen Wandels muss sich in der Alpenrepublik niemand Sorgen um seine Altersbezüge machen.

Zwei Reformen

Zur Jahrtausendwende haben Deutschland und auch Österreich ihre Rentensysteme reformiert, allerdings mit sehr unterschiedlichen Folgen. In Österreich liegt die Bruttorente im Schnitt bei 1231 Euro, der deutsche Rentner muss sich durchschnittlich mit 909 Euro zufriedengeben. Aber die Rentner im Nachbarland können sich nicht nur über mehr Rente freuen, sie bekommen diese Rente auch vierzehnmal im Jahr und kommen mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf 1436 Euro pro Monat. In der Deutschen Rentenversicherung sind diese Sonderzahlungen nicht vorgesehen. Freuen können sich die Österreicher auch, wenn es um die Erwerbsminderungsrente geht, denn inklusive der beiden Sonderzahlungen gibt es beim Nachbarn 1322 Euro, in Deutschland sind es im Schnitt 808 Euro.

Es gibt eine Mindestrente

Die Rentenformel 80/45/65 kennt in Österreich jeder. Sie besagt, dass alle, die 45 Jahre gearbeitet haben und 65 Jahre alt sind, 80 % ihres Lohns bekommen, den sie in ihrem Berufsleben durchschnittlich erzielt haben. In Deutschland liegt dieser Wert heute bei 48 % und wird in den kommenden Jahrzehnten noch weiter absinken. In Österreich gibt es zudem auch eine Mindestrente, die der Staat denjenigen gewährt, deren Rentenansprüche unter dem Niveau der Sozialhilfe liegen. Allerdings sind in Österreich die Beiträge zur Rentenversicherung mit 22,8 % höher als in Deutschland, wo nur 18,7 % gezahlt werden müssen.

Keine Pflegeversicherung

Auch wenn die Österreicher die höheren Beiträge für die Rentenversicherung zahlen müssen, sie sparen trotzdem, denn unsere Nachbarn kennen keine Pflegeversicherung und die Beiträge für die Krankenversicherung sind nur halb so hoch wie in Deutschland. Möglich wird das, weil der Staat das Gesundheitswesen großzügig mit Steuern subventioniert und weil diejenigen, die eine Pension bekommen, anders als in Deutschland, nicht bevorzugt werden. Dazu kommt, dass die Arbeitgeber mit 12,55 % den größeren Beitrag bei der Rentenversicherung tragen müssen. Aber die Unternehmen beklagen sich nicht, denn die wirtschaftliche Lage ist gut.

Bild: © Depositphotos.com / Kzenon


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.