Die Zustimmung für die Bürgerversicherung wächst

Die Zustimmung für die Bürgerversicherung wächst

Die Diskussion über eine Bürgerversicherung nimmt zwei Monate vor der Bundestagswahl wieder Fahrt auf. Die Versicherung, in der die beiden Krankenkassensystem zusammengeschlossen werden sollen, wird in der Politik kontrovers diskutiert und auch die Bürger vertreten unterschiedliche Meinungen. Während die SPD, die Grünen und die Linkspartei die Bürgerversicherung als Alternative zur gesetzlichen und zur privaten Krankenversicherung befürworten, sind die CDU/CSU und die FDP dagegen. Eine neue Umfrage zeigt allerdings, dass sich eine Mehrheit durchaus mit der Bürgerversicherung anfreunden kann.

Die ältere Generation ist dafür

2044 ausgewählte Bürger hat die INSA-CONSULERE GmbH im Auftrag der „Bild-Zeitung“ zum Thema Bürgerversicherung befragt und über 60 % haben sich dafür ausgesprochen. Vor allem die ältere Generation mit einem höheren Einkommen steht der Volks- oder Bürgerversicherung positiv gegenüber. Neben den Wählern der SPD und der Grünen sprachen sich auch diejenigen für die Bürgerversicherung aus, die CDU oder FDP wählen. Rund 13 % wollen keine Bürgerversicherung und jeder fünfte der Befragten hat keine Meinung zu diesem Thema. Erstaunlich ist die Tatsache, dass in der Gruppe der Umfrageteilnehmer, die über 65 Jahre alt sind, fast 70 % für die Bürgerversicherung stimmen. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen liegt die Zustimmung bei knapp 48 %.

Politiker machen Werbung für die Bürgerversicherung

Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus. Wie Versicherungen-Blog.net berichtet, hat sich auch Thomas Oppermann, der Fraktionsführer der SPD im Bundestag, für eine Bürgerversicherung ausgesprochen. Oppermann, der in Göttingen ein Direktmandat in einem SPD-Unterbezirk anstrebt, plädiert für eine Zusammenlegung der beiden Krankenkassensysteme, er wird es in Niedersachsen aber schwer haben, die Bürger zu überzeugen. Für die INSA Umfrage wurden auch 200 Menschen in Niedersachsen befragt, aber nur 51,7 % sprachen sich für die Bürgerversicherung aus. Die größte Zustimmung für die Bürgerversicherung kommt aus dem Saarland, dort sind 82,6 % der Bürger für eine einheitliche Krankenversicherung.

Die Wähler entscheiden

Nach der Wahl im September entscheiden die Mehrheitsverhältnisse darüber, wer mit wem koaliert und ob es eine Bürgerversicherung geben wird oder nicht. Wenn es nach den Wählern geht, dann steht allerdings heute schon fest, wer eine Bürgerversicherung möchte und wer nicht damit einverstanden ist. Während 72 % der Wähler der Linken und 69 % der Grünen-Wähler die Bürgerversicherung befürworten, lehnen knapp 21 % der AfD-Wähler die Versicherung ab.

Bild: © Depositphotos.com / photography33


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.