News: Droht ein neuer Aktien- und Immobiliencrash? » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Droht ein neuer Aktien- und Immobiliencrash?

Die französische Finanzaufsicht hat ungewöhnlich drastische Worte gefunden und so versucht, die Kapitalmärkte aufzurütteln. Der Grund für diese Aktion ist die allzu sorglose Stimmung unter den Akteuren, die sehr an das Verhalten zu Beginn der globalen Finanzkrise aus dem Jahr 2007 erinnert. Es sind die extrem hohen Bewertungen an vielen Aktienbörsen besonders in den USA und die sehr niedrigen, nicht zu unterschätzenden Risikoprämien an den Bondmärkten, die nicht nur der französischen Finanzaufsicht zu denken geben.

Die größten Risiken

Die sorglose Stimmung an den internationalen Finanzmärkten ist im Angesicht der vielen Gefahren nicht gerechtfertigt, warnt die Finanzaufsicht, denn in dem Umfeld, wie es jetzt aussieht, kann eine brutale Neubewertung von Vermögenswerten eine sehr große Gefahr sein. Die größte Gefahr ist wohl eine Zinswende, denn wenn die Zinsen wieder steigen, dann werden die Schulden teurer und das gilt sowohl für die einzelnen Staaten, wie auch für die privaten Kreditnehmer. In den letzten Jahren wurden Massen an Schulden angehäuft und weltweit ist die Last der Schulden gemessen am Bruttosozialprodukt, um ganze 25 Punkte gestiegen.

Die Gefahr des billigen Geldes

Die Schuldenberge sind noch höher geworden, denn statt die günstigen Zinsen für den Abbau von Schulden zu nutzen, verschulden sich die großen Volkswirtschaften wie Frankreich, Österreich, Belgien, Finnland, Italien und auch Griechenland immer mehr. Auch die sogenannten Schwellenländer nutzen das billige Geld, um sich noch höher zu verschulden. Chinas Schulden sind beispielsweise in einem rasanten Tempo gestiegen und haben momentan einen Wert von 260 % im Vergleich zum Bruttosozialprodukt erreicht. Würden die Zinsen jetzt plötzlich steigen, dann kämen einige Staaten in sehr große Schwierigkeiten.

Deutschland als Sonderfall

Deutschland bildet eine Ausnahme, denn hier liegt die Neuverschuldung des Staates bei Null und das schon seit einigen Jahren. Aber auch Deutschland hat ein Problem, denn das Volumen der Baukredite hat ein gigantisches Ausmaß erreicht. Die billigen Zinsen haben viele Deutsche dazu verleitet, ein eigenes Haus zu bauen oder eine Immobilie zu kaufen. Wenn die Zinsen jetzt wieder ansteigen, dann werden die Kreditnehmer in einigen Jahren bei der Umschuldung sehr große Probleme bekommen und viele werden sich die höheren Raten plötzlich nicht mehr leisten können. Sollten die Zinsen steigen, dann wird gleichzeitig die Nachfrage nach Immobilien sinken und das würde bedeuten, dass die Kreditnehmer, die ihr Haus verkaufen müssen, weil das Geld für die Raten fehlt, keine Käufer mehr finden.

Bild: © Depositphotos.com / Martynova.Katie

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.