Drohen jetzt Strafzinsen auch für Sparer? » Finanzen Heute

Drohen jetzt Strafzinsen auch für Sparer?

Seit die Europäische Zentralbank die Zinsen drastisch gesenkt hat, haben alle Sparer sehr schlechte Karten. Dass sich an der Zinspolitik etwas ändern wird, darf bezweifelt werden, diese Meinung vertreten zumindest die Volksbanken, und sie rechnen jetzt sogar damit, dass es auch für die kleinen Sparer Strafzinsen geben wird. Gleichzeitig steigen aber die Preise und das hat zur Folge, dass die Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto immer kleiner werden. Das ist ärgerlich, aber noch schlimmer ist, dass die Kunden nun auch mit Minuszinsen rechnen müssen.

Die derzeitige Geldpolitik muss gestoppt werden

Es ist höchste Zeit, sich von der jetzigen Geldpolitik zu verabschieden, denn sie ist vielleicht ein gutes Mittel gegen die Deflation, aber sie passt so gar nicht zum aktuellen Aufschwung der Konjunktur. Die Wirtschaft in der EU wächst rasant, die Inflation hat sich normalisiert, die Arbeitslosigkeit geht immer weiter zurück, aber die Sparer werden weiterhin von der EZB entmündigt. Auch wenn viele immer wieder Anzeichen eines Umdenkens sehen wollen, die Realität ist nach wie vor eher ernüchternd. Die zweifelhafte Rettung der italienischen Banken durch den Steuerzahler hat wieder einmal gezeigt, dass der Wille der Politik immer wieder stärker als die bestehenden Regeln ist.

Die große Lüge

Zu den Regeln der europäischen Bankenunion gehört auch, dass die Steuerzahler nicht mehr zur Kasse gebeten werden, um Banken zu retten. Nie wieder sollte der kleine Mann die großen wankenden Banken auffangen, das wurde nach der weltweiten Finanzkrise beschlossen. Spanien wurde dabei zu einem guten Vorbild, denn als die Banco Popular in den Abgrund zu stürzen drohte, wurde sie für einen symbolischen Euro von der Santander Bank übernommen. Das hatte Vorbildcharakter, aber das Vorgehen in Italien hat gezeigt, dass sich nichts geändert hat, denn die Steuerzahlen haben hier einmal mehr die zweifelhafte Ehre, zwei Banken zu retten.

Die Minizinsen bleiben

Es sind politische Gründe, die den Sparern Minizinsen und bald auch Strafzinsen bescheren. Das Ansteigen der Zinsen soll um jeden Preis verhindert werden, denn höhere Zinsen sind für so extrem hoch verschuldete Länder wie Italien nicht tragbar. Die Volksbanken versuchen zu verhindern, dass der Kunde Minuszinsen zahlen muss, aber garantieren wollen sie nichts. Was den kleinen privaten Sparer schützt, das ist der Konkurrenzkampf unter den Banken, denn kaum eine Bank kann es sich heute leisten, Kunden zu verlieren.

Bild: © Depositphotos.com / 8vfanDP


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.