Wucherzinsen für den Dispokredit – welche Banken sind besonders dreist?

Veröffentlicht: 22. Juli 2017 | 16:19 Uhr
Wucherzinsen für den Dispokredit – welche Banken sind besonders dreist?

Noch nie waren die Zinsen so niedrig wie heute und die Europäische Zentralbank flutet den Markt auch weiter mit extrem billigen Geld. Für die Banken bedeutet das, sie können sich günstig Geld beschaffen, aber die Kunden müssen nach wie vor leiden. Das trifft besonders auf die Zinsen für den Dispokredit zu, denn hier langen die Banken richtig hin und das, obwohl sie das Geld von der EZB fast geschenkt bekommen. Die Stiftung Warentest hat die Banken jetzt einmal genauer unter die Lupe genommen.

Der Zinssatz ist kaum gesunken

1400 Banken hat die Stiftung Warentest untersucht und dabei festgestellt, dass noch immer für den Überziehungskredit astronomische Zinsen verlangt werden. Im Schnitt sind es knapp 9,8 %, die die Kunden für einen Dispokredit bezahlen müssen und im Vergleich zum Vorjahr ist der Zinssatz gerade einmal um 0,1 % gesunken. Angemessen wären nicht mehr als acht Prozent, aber es gibt tatsächlich Banken, die bei den Dispozinsen im zweistelligen Bereich zu finden sind.

Wer ist besonders teuer?

Alle, die ein Konto bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost haben und ihren Dispo in Anspruch nehmen wollen, die müssen mit wahren Wucherzinsen von 13,75 % leben. Die Bank in Bayern ist der einsame Spitzenreiter unter den Banken, die sich die Stiftung Warentest angesehen hat. Direkt dahinter auf dem zweiten Platz liegt die Rosbacher Raiffeisenbank in Nordrhein-Westfalen mit knapp 13 %, und es gibt noch 26 andere Banken, die mindestens 12,5 % für den Dispokredit verlangen. Aber es geht auch günstiger, zum Beispiel bei der Deutschen Skatbank, die beim Girokonto Flat den Dispo tatsächlich für null Prozent anbietet. Kunden, die sich für das Kontomodell Trumpf entscheiden, zahlen 4,17 % und auch bei der Comdirect Bank zahlen die Kunden nur 6,5 %, wenn sie ihr Konto überziehen.

Die Tricks der Banken

Die Stiftung Warentest warnt vor den Tricks, mit denen vor allem die Filialbanken um Kunden werben. So werden zum Beispiel besondere Premiumkonten mit sehr niedrigen Zinsen angeboten, aber leider haben diese Konten dann überteuerte Gebühren für die Führung des Kontos. Auch die Zinsen für den Dispo der Bonität des Kunden anzupassen, ist zu einer beliebten Praxis geworden. Aber es gibt auch positive Beispiele wie die Volksbank Magdeburg, die Dispozinsen von 1,72 % ohne Wenn und Aber anbietet und das mit geringen Personalkosten begründet.

Bild: © Depositphotos.com / Elnur_

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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