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<span class=ns>News:</span> Deutsche Unternehmen und die Angst vor der Türkei

Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ist momentan nicht das Beste. Die Krise hat sich jetzt aber noch einmal verschärft, als bekannt wurde, dass es eine schwarze Liste geben soll, auf der Namen von 700 potenziellen Staatsfeinden der Türkei stehen. Darunter sind auch viele deutsche Unternehmen und die Firmen fragen sich, was das für sie bedeutet und inwiefern ihre Geschäftsbeziehungen mit der Türkei gefährdet sind. Allerdings müssen die deutschen Unternehmen selbst aktiv werden, denn von den Sicherheitsbehörden haben sie keine Hilfe zu erwarten.

Eine große Verunsicherung

Die Chefs der großen deutschen Unternehmen wollen wissen, ob die Gerüchte aus der Türkei stimmen und sie möchten erfahren, wer alles auf dieser Liste steht. Die Regierung Erdogan soll diese Liste führen und sie wurde dem Bundeskriminalamt übermittelt. Zunächst war nur von 70 Namen die Rede, die als Staatsfeinde der Türkei gelten, dann wurde die Zahl plötzlich auf 700 Namen erhöht. Wer auf der Liste steht, der gilt angeblich als möglicher Helfer terroristischer Organisationen und das sorgt natürlich für Verunsicherung. BASF und Daimler sollen auf der Liste zu finden sein, aber auch die Inhaber von Dönerläden in Nordrhein-Westfalen und Spätkaufläden in Berlin. Angeblich steht der Name ThyssenKrupp auf der Liste und auch der Stahlkonzern Salzgitter soll dort aufgeführt sein.

Ein wichtiger Partner

Die Türkei ist ein wichtiger Handelspartner für deutsche Unternehmen und wenn diese Partnerschaft Risse bekommt, dann geht es nicht nur um viele Milliarden Euro, es geht auch um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und um Firmeneigentum. Die Bundesregierung versucht zu beschwichtigen und nennt die Vorwürfe „abstrus“. Das Bundeskriminalamt sagt, dass die Vorwürfe „unkonkret“ sind, aber das alles nützt den Unternehmen nichts, denn das Gerücht um die Liste ist nun mal in der Welt. 6800 deutsche Unternehmen sind in der Türkei aktiv und 140.000 Menschen arbeiten für diese Unternehmen. Es gibt Vertriebsbüros und große Produktionsanlagen, die alleine rund zehn Milliarden wert sind. Was passiert damit, wenn die Geschäfte nicht mehr wie gewohnt weitergehen können?

Die Firmen brauchen Gewissheit

Die deutschen Unternehmen haben Angst und sie leben in großer Ungewissheit. Man geht davon aus, dass das mehr als angespannte Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei den Handel zwischen den beiden Ländern stark beeinflusst und an neue Investitionen ist momentan überhaupt nicht zu denken.

Mittlerweile hat die Türkei die Liste zurückgenommen und spricht von einem „Kommunikationsproblem“.

Bild: © Depositphotos.com /

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.