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<span class=ns>News:</span> Der Euro ist so stark wie nie

Der Euro ist seit Wochen auf einem Höhenflug und das freut besonders die Urlauber, die ihre Ferien außerhalb der Euro-Zone verbringen. Der starke Euro ist so etwas wie ein kleines Geschenk an die Urlauber und er erreicht in den vergangenen Wochen im Verhältnis zum Dollar einen Wert von knapp 1,17. So hoch stand die europäische Währung zuletzt Anfang des Jahres 2015 und gegenüber dem April stieg der Wert um mehr als zehn Cent. Wie lange es aber so weiter gehen kann, ist fraglich, denn es dauert nicht mehr lange, dann muss die Europäische Zentralbank reagieren.

Den Euro erhalten

Vor genau fünf Wochen sprach Mario Draghi, der Chef der EZB, die historischen Worte „Whatever it takes“, und er meinte damit, dass er „alles Notwendige“ tun werde, um den Euro zu retten und zu erhalten. Draghi wird sich jedoch über den steigenden Kurs des Euros als Geschenk zum Jubiläum kaum freuen, denn mittelfristig wird das Europa und auch Deutschland Wachstum kosten und die EZB in Schwierigkeiten bringen. Dann kann es passieren, dass die Anhebung der Zinsen noch weiter hinaus gezögert wird und dass die Anleger noch länger mit der Zinsflaute leben müssen. Viele sehen im starken Euro aber auch eine Erholung, die für eine politische und ökonomische Stabilisierung in Europa spricht. Die Euro-Krise gehört der Vergangenheit an und Europa läuft endlich wieder auf Hochtouren.

Der Abstand der Zinsen sinkt

Es gibt jedoch noch einen Effekt im Zusammenhang mit dem starken Euro: Die Zinssätze auf dem Kapitalmarkt diesseits und jenseits des Atlantischen Ozeans kommen einander wieder näher. Noch im Dezember des vergangenen Jahres war die Differenz der Zinssätze auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung geklettert und lag bei 2,3 %. Jetzt sind es nur noch 1,75 % und das treibt den Euro noch weiter an. Der Grund für den steigenden Euro auf der einen und die immer kleiner werdende Differenz auf der anderen Seite sind die großen Investoren, die ihr Geld immer dort hinbringen, wo sie mehr Zinsen bekommen. Je größer also der Abstand der Zinsen ist, umso stärker ist die Tendenz. Wird der Abstand jedoch immer kleiner, dann erhöht sich der Druck immer mehr. Das gilt besonders für die Aktienkurse, die unter dem starken Euro mehr und mehr zu leiden haben, denn vor allem die exportstarken deutschen Unternehmen müssen mit weniger Gewinn rechnen.

Bild: © Depositphotos.com / mindof

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.