Europa rückt in das Visier der Heuschrecken » Finanzen Heute

Europa rückt in das Visier der Heuschrecken

Solange Europa von Krisen geschüttelt wurde, war es für die gefürchteten Heuschrecken, also für Hedgefonds, nicht von Interesse. Das sieht jetzt aber etwas anders aus, denn Europa ist wirtschaftlich stark geworden und das zieht die Heuschrecken magisch an. Die Zahlen aus Asien und den USA sind nicht besonders attraktiv und das zieht die Investoren nach Europa. Sie verringern ihr Investment in Übersee und konzentrieren sich auf europäische Unternehmen, wie zum Beispiel auf den Schweizer Konzern Nestlé.

Milliardenschwere Einkäufe

Daniel Loeb ist einer der umtriebigsten Manager und einer der reichsten Männer der Welt. Der Gründer des Hedgefonds Third Point geht gerne in Europa auf eine ausgiebige Einkaufstour und sein letzter Einkauf kann sich sehen lassen. Loeb hat Aktien des Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé im Wert von 3,5 Milliarden Dollar oder rund drei Milliarden Euro gekauft. Nestlé selbst kommt dieses Geschäft nicht ganz ungelegen, denn der Konzern will nach eigenen Angaben schlanker werden, und steckt gerade mitten in einer Konsolidierung. Aber Loeb hat auch unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass nicht nur die Schweiz von Interesse für ihn ist, der alte Kontinent ist ein wahrer „Lichtblick“ für Investoren wie Daniel Loeb.

Es werden ordentliche Gewinne erwartet

Mittlerweile toben bereits richtige Übernahmeschlachten, wie zuletzt um den Pharmakonzern Stada. In Europa im ganz großen Stil zu investieren, ist in Mode gekommen und es laufen eine Menge Wetten auf sehr ordentliche Gewinne. Beflügelt wird das Ganze durch politische Unsicherheiten wie zum Beispiel in Frankreich, da niemand so recht weiß, wie sich das Land unter Emanuel Macron entwickeln wird. Es gibt aber noch einen anderen Grund und der heißt Donald Trump. Im ersten halben Jahr seiner Präsidentschaft hat Trump sehr viel Porzellan zerschlagen und die Investoren haben daraus ihre Konsequenzen gezogen, wie der Kursverfall des Dollars zum Euro eindrucksvoll belegt.

Europa ist stabil

Im Vergleich zu den USA ist Europa eine stabile Wirtschaftszone, auch wenn es noch viele offene Fragen gibt. Der Kontinent hat unter anderem mit dem Brexit zu kämpfen, aber auch mit der Flüchtlingskrise, Italien ist nach wie vor ein Sorgenkind, in Deutschland und Österreich stehen Wahlen an und wie sich die zweitgrößte Volkswirtschaft Frankreich entwickeln wird, das steht noch den Sternen. Europa wirkt aus der Sicht der Europäer fragil und instabil, aus der Sicht der Heuschrecken hingegen ist Europa ein gelobtes Land.

Bild: © Depositphotos.com / g0d4ather


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.