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<span class=ns>News:</span> Modernisierung lässt die Mieten explodieren

Vollmundig wurde die Mietpreisbremse als Instrument angepriesen, um das Ansteigen der Mieten unter Kontrolle zu bringen. Mittlerweile steht fest, die Mietpreisbremse ist ein totaler Flop, denn die Vermieter finden immer wieder Schlupflöcher, wie zum Beispiel die Modernisierung. Immer mehr Vermieter nutzen die Modernisierungsmaßnahmen, um die Mieten kräftig nach oben zu treiben. In Berlin hat das jetzt für eine Explosion der Mieten gesorgt, Mieterhöhungen von knapp 200,- Euro im Monat sind hier keine Seltenheit mehr.

Völlig aus dem Ruder gelaufen

Laut Mietpreisbremse sollten sich die Mieterhöhungen um die zehn Prozent bewegen, in 14 % der vom Berliner Mietverein untersuchten Fälle lag die Mieterhöhung hingegen bei 200 %. Als Grund für die drastischen Erhöhungen nannten die Vermieter immer aufwendige Baumaßnahmen im Zuge einer Modernisierung. So stieg in einer Wohnanlage in Berlin-Tegel aufgrund dieser Maßnahmen die Miete um 16,- Euro pro Quadratmeter. Die Modernisierung ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen, denn sie dienen einfach nur dem Zweck, die Mietpreise weiter erhöhen zu können.

Auch die Heizkosten bleiben hoch

Rein theoretisch kann sich eine Modernisierung sogar für die Mieter auszahlen, wenn sie zum Beispiel einen Teil der Energieersparnis über niedrigere Heizkosten wieder zurückbekommen. Leider ist das nur die Theorie, in der Praxis funktioniert das überhaupt nicht. Nur bei einem sehr kleinen Teil der Fälle, die der Berliner Mieterverein untersucht hat, gab es tatsächlich eine Verringerung des Energieverbrauchs, der sich auf durchschnittlich 200,- Euro im Jahr belaufen hat. Setzt man die Mieterhöhung dagegen, dann zahlen die Mieter immer drauf. Außerdem verlangen die Vermieter weiterhin die alten Vorauszahlungen für die Heizkosten, offenbar weil sie selbst der berechneten Einsparung, die es theoretisch gegen soll, nicht trauen.

Ein Gesetz müsste verschwinden

Nach Ansicht des Berliner Mietvereins müsste der Paragraf 559 des Bürgerlichen Gesetzbuches verschwinden, denn dieser Paragraf macht die enormen Preissteigerungen bei Modernisierung erst möglich. Unterstützung bekommt der Mietverein auch vom Berliner Senat, der sich schon seit einiger Zeit für eine Abschaffung des Paragrafen einsetzt. Das Gesetz ist nicht mehr zeitgemäß und wenn es nicht ersatzlos gestrichen wird, dann werden die Vermieter auch weiterhin die Modernisierung als Mittel zum Zweck benutzen, um die Mieten nach oben zu treiben. Rund 20 bis 30 % der Mieter kündigen ihre Wohnungen, wenn Baumaßnahmen angekündigt werden, später folgen dann viele weitere Mieter, weil sie sich die Mieten einfach nicht mehr leisten können.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.