News: Bargeldlos bezahlen – in Deutschland immer noch schwierig » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Bargeldlos bezahlen – in Deutschland immer noch schwierig

Was in anderen Ländern schon seit einiger Zeit zum normalen Alltag gehört, ist in Deutschland immer noch eine Ausnahme – das bargeldlose Zahlen mit dem Smartphone. Wer zum Beispiel bei einem Besuch auf dem Wochenmarkt kein Bargeld in der Tasche hat, der hat Pech, denn Bezahlen mit dem Smartphone ist hier nicht möglich. Jeder Kauf, der mit Karte bezahlt wird, kostet den Markthändler neun Cent und das wird auf Dauer einfach zu teuer.

In wenigen Sekunden Geld überweisen

Die Banken treiben das Bezahlen ohne Bargeld immer stärker voran, aber die Deutschen lassen sich einfach nicht davon überzeugen, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr einfacher und schneller funktioniert. Ab dem kommenden Jahr ist es möglich, Geld innerhalb nur weniger Sekunden von einem Konto zum anderen zu überweisen, und schon ab November gelten einheitliche Rahmenbedingungen für diese Echtzeitüberweisungen. Die schnelle Überweisung könnte ein echter Ersatz für das bargeldlose Bezahlen werden, wenn die Bürger mitmachen, jedoch danach sieht es zumindest im Moment nicht aus. Beim bargeldlosen Zahlen fallen zusätzliche Kosten an und das sehen Händler verständlicherweise nicht so gerne. Dazu kommt, dass zwei Drittel der Kunden mit barer Münze zahlen, nur knapp ein Drittel bezahlt mit der Karte.

Cash ist zu teuer

Die Banken und die Politik denken anders als die Einzelhändler, denn für sie ist das Bargeld sündhaft teuer und dazu auch noch total ineffizient. Sie wollen das Bargeld innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett verschwinden lassen, die Bürger sollen, so EU-Digitalkommissar Günther Oettinger, „mit der Apple-Watch bezahlen“. Aber die Deutschen wollen einfach nicht, sie hängen an ihren Münzen und Scheinen. Fast 80 % aller Transaktionen im deutschen Einzelhandel werden in bar abgewickelt, mehr als in den meisten anderen Ländern der Europäischen Union.

Die Kritik wächst

Aber auch einige Banker üben Kritik an den Plänen, das Bargeld verschwinden zu lassen, sie sind gegen eine vollständige Abschaffung. Allerdings kann es dann passieren, dass beim Abheben von Bargeld am Bankschalter saftige Gebühren zwischen 2,50 und drei Euro fällig werden. Die Kritiker müssen jedoch zugeben, dass das organisierte Verbrechen es in einer Welt, in der es kein Bargeld mehr gibt, schwer haben wird, denn Geldwäsche, Korruption und Bestechung sind ohne Bargeld nicht möglich. Auch die Kosten sind ein Faktor, denn das Bereitstellen, das Drucken und das Prägen von Bargeld verschlingt sehr viel Geld.

Bild: © Depositphotos.com / vadimphoto1@gmail.com

News: Bargeldlos bezahlen – in Deutschland immer noch schwierig
5 (100%) 1

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Hier geht es zu weiteren interessanten Themen …
Wollen Sie immer aktuell bleiben? Unsere Gratis Handy App installieren …

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.