Air Berlin Pleite – wurden die Anleger zu spät informiert?

Veröffentlicht: 21. August 2017 | 9:33 Uhr
Air Berlin Pleite – wurden die Anleger zu spät informiert?

Seit vergangenen Freitag wusste man bei Air Berlin: Wir sind pleite. Etihad hatte dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht, aber das wusste zu diesem Zeitpunkt außer den Beteiligten noch niemand. Erst am Dienstag wurde die Nachricht publik und das wirft die wichtige Frage auf: Wurden die Anleger bewusst zu spät informiert, damit sie nicht mehr die nötige Zeit hatten, um darauf zu reagieren? Wenn das der Fall sein sollte, dann werden mit Sicherheit einige Anleger klagen und das kann für Air Berlin sehr teuer werden.

Das große Bangen

Die Aufteilung der Fluggesellschaft hat längst begonnen. Schon am Freitag standen die ersten Gespräche mit Lufthansa an, die sich vor allem die sehr lukrativen Start- und Landrechte sichern möchte. Anschließend folgten Gespräche mit anderen Fluglinien, wie zum Beispiel mit Easyjet. Es sind einige ernsthafte Interessenten im Rennen, denn spätestens am 1. November 2017 soll das Insolvenzverfahren gegen Air Berlin eröffnet werden. Bangen müssen jetzt die Passagiere, die nicht wissen, ob sie ihre bereits gebuchten Flüge überhaupt noch antreten können, aber auch die 8000 Mitarbeiter von Air Berlin wissen momentan nicht, wie es weitergehen wird. Auch die Anleger machen sich Sorgen und fragen sich, ob sie umfassend und vor allem rechtzeitig über die Pleite informiert worden sind.

Zwischen Information und Mitteilung

Der Vorstand von Air Berlin erhielt nach eigenen Angaben am vergangenen Freitag um 17:00 Uhr die Nachricht, dass es von Etihad kein Geld mehr gibt. Samstag und Sonntag wird an den Börsen nicht gehandelt, Montag schwieg man bei Air Berlin noch und erst am Dienstag wurden Anleger und Öffentlichkeit informiert. Dabei sind Unternehmen verpflichtet, die Anleger zu informieren, wenn es Ereignisse gibt, die den Börsenkurs eines Wertpapiers beeinflussen können. Diese Informationen müssen ohne Verzögerungen herausgegeben werden, so will es die EU-Marktmissbrauchsverordnung. Die Nachricht, dass die finanzielle Unterstützung von Etihad wegfällt, war ohne jeden Zweifel eine Information, die den Kurs der Aktie von Air Berlin ganz erheblich beeinflussen konnte, aber zwischen dem Wissen um die Pleite und der offiziellen Mitteilung lag ein Börsentag.

Können die Anleger klagen?

Wenn die Anleger zu dem Schluss kommen, dass sie durch die Verzögerung Geld verloren haben, dann werden sie klagen und sehr wahrscheinlich auch gewinnen. Air Berlin müsste dann hohen Schadensersatzforderungen nachkommen, aber hier stellt sich die Frage: Aus welchem Topf sollten die Schadensersatzzahlungen kommen? Die Kassen von Air Berlin sind bekanntlich leer.

Bild: © Depositphotos.com / Boarding2Now

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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