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<span class=ns>News:</span> Wie die Sparkassen den Datenschutz aushebeln

Paydirekt ist ein Paymentdienst oder einfacher ausgedrückt, ein Bezahldienst der deutschen Banken. Dieser Bezahldienst muss ziemlich verzweifelt sein, denn anders lassen sich deren Geschäftspraktiken nicht erklären. Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass Paydirekt den Kunden der Sparkassen irgendwie ihr Konto unterschieben, aber wie das im Einzelnen abläuft, das ist erst jetzt bekannt geworden und es bringt Verbraucherschützer berechtigterweise auf die Palme.

Es klingt völlig harmlos

Still und heimlich haben die Sparkassen ihre AGBs für den Girokontovertrag geändert und ab November wird jeder Kunde ganz automatisch zu einem Nutzer von Paydirekt. Die Sparkassen haben an ihre Kunden ein Schreiben verschickt und auf die Änderung hingewiesen und das, was so harmlos klingt, hat es in sich. Die Kunden haben zwar die Möglichkeit, bis zum 6. November 2017 zu widersprechen, aber wer diesen Termin versäumt, der hat, ob er will oder nicht, ein Paydirekt-Konto, was nur noch mit einem Klick aktiviert werden muss.

Für die Sparkassen völlig in Ordnung

Die Sparkassen rechtfertigen ihr Handeln mit einem Paragrafen im BGB, in dem Rahmenbedingungen für Girokonten rechtlich geregelt sind. Ein Zahlungsdienstleister, in diesem Fall sind das die Sparkassen, hat die Möglichkeit, Änderungen in den Verträgen ganz automatisch wirksam werden zu lassen, wenn der Kunde nicht auf die Idee kommt, zu widersprechen. Da die Sparkassen einen solchen Passus in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen haben, sehen sie die Einrichtung eines Paydirekt-Kontos als Teil des Girokontos auch als rechtens an.

Wie sicher sind die Daten?

Die Banken und Paydirekt werden einfach nicht müde, den besseren Datenschutz zu betonen, vor allem, wenn es um den Zahlungsverkehr geht. Die Zwangsregistrierung der Sparkassenkunden bei Paydirekt führt aber dazu, dass alle Stammdaten der Kunden an Paydirekt übertragen werden und damit ist der Datenschutz nichts mehr wert. Dieses Vorgehen hat jetzt die Verbraucherschützer auf den Plan gerufen, die das Verhalten der Sparkassen sehr kritisch sehen und das Verfahren nun überprüfen wollen. Die Sparkassen nennen die Zwangsverpflichtung eine „Komfortregistrierung“, vergessen aber zu erwähnen, dass sie vollkommen nutzlos ist, wenn der Kunde das Konto nicht aktiv nutzt.

Die Kunden der Sparkassen sind sehr verärgert, denn sie haben Angst um ihre sensiblen Daten, die jetzt ungefiltert bei einem Bezahldienst landen. Ob die Sparkassen ihre Kunden zwingen können, das Paydirekt-Konto zu akzeptieren, das sollen jetzt die Behörden prüfen.

Bild: © Depositphotos.com / welcomia

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.