Flüge abgesagt – Air Berlin wartet aufs Geld

Veröffentlicht: 5. September 2017 | 14:09 Uhr
Flüge abgesagt – Air Berlin wartet aufs Geld

150 Millionen hatte die Bundesregierung der insolventen Fluglinie Air Berlin zugesagt, aber bis jetzt hat Air Berlin noch nichts von dem Geld gesehen. Das Wirtschaftsministerium arbeitet nach eigenen Angaben weiter an diesem Millionenkredit, inzwischen musste die Fluggesellschaft aber die ersten Flüge absagen. Es ist die technische Umsetzung, die Schwierigkeiten macht, ließ das Ministerium verlauten und es fehlt noch eine Unterschrift, weitere Einzelheiten wollte man aber nicht mitteilen.

Auch Air Berlin schweigt

Air Berlin wollte zu den Verzögerungen hinsichtlich des Staatskredits keine Auskunft geben. Die Airline braucht das Geld aber sehr dringend, um die Zeit bis zum Verkauf einigermaßen überbrücken zu können. Aktuell gibt es neben der Deutschen Lufthansa noch andere Interessenten, die die Airline übernehmen wollen, konkret ist aber noch nichts. Für Air Berlin heißt das, es müssen Flüge abgesagt werden, aber das, so die Fluggesellschaft, geschehe aus rein operativen Gründen. Immerhin bedauert Air Berlin, dass den Fluggästen Unannehmlichkeiten entstehen, zu der Zahl und den eigentlichen Gründen wollte der Sprecher jedoch nichts sagen.

Mitteilungen über Facebook

Air Berlin wendete sich über Facebook an seine Kunden und versprach den Reisenden, deren Flug gestrichen wurde, eine „bestmögliche Reisealternative“. Auf dem Flughafen von Berlin haben sich an den Schaltern der Airline lange Schlangen gebildet, Auswirkungen auf den Flugverkehr gibt es aber angeblich nicht. Ausgefallen sind laut einer Meldung auf Facebook sowohl nationale Flüge nach Köln/Bonn und nach Stuttgart, aber auch internationale Flüge, wie nach San Francisco. Insgesamt waren es sieben Flüge, aber laut Air Berlin hat es zu keiner Zeit Probleme gegeben.

Ryanair und Germania sind nicht einverstanden

Das Aus für Air Berlin kam zu einer denkbar ungünstigen Zeit, nämlich mitten in der Ferienzeit. Die Bundesregierung versprach einen schnellen Sofortkredit, dem allerdings die EU-Kommission noch zustimmen muss. Für den Konkurrenten Ryanair ist das nicht in Ordnung, der irische Billigflieger hat bereits die EU-Wettbewerbskommission und das Bundeskartellamt angerufen. Auch die Fluglinie Germania will gegen die Kreditvergabe des Bundes an Air Berlin gerichtlich vorgehen. In dieser Woche treffen sich die Regierungschefs der Bundesländer, die einen Air-Berlin-Standort haben, zu weiteren Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretungen, denn bei Air Berlin sind 8000 Arbeitsplätze in Gefahr. Ob es einen oder mehrere Käufer gibt, das steht noch nicht fest. Allerdings werden der Deutschen Lufthansa sehr gute Chancen eingeräumt, die marode Airline komplett zu übernehmen.

Bild: © Depositphotos.com / anyaberkut

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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