News: Ist der Strompreis in Deutschland noch kontrollierbar?

Veröffentlicht: 18. Oktober 2017 | 10:32 Uhr
<span class=ns>News:</span> Ist der Strompreis in Deutschland noch kontrollierbar?

Wenn die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufnimmt, dann steht sie vor einer riesengroßen Herausforderung, und zwar den Strompreisen in Deutschland. Das Versprechen von Angela Merkel, die Kosten für die von ihr ins Leben gerufene Energiewende stabil zu halten, ist nicht mehr realisierbar. Während im europäischen Ausland die Strompreise sinken, steigen sie in Deutschland kontinuierlich an. Damit entfernt sich Deutschland immer weiter vom Durchschnitt in Europa. In den privaten Haushalten sind die Preise auf mittlerweile 30,8 Cent für die Kilowattstunde gestiegen, im Vergleich dazu liegt der Preis im europäischen Ausland bei 20,5 Cent.

Die Arbeitsplätze steigen

Während die Verbraucher für ihren Strom immer tiefer in die Tasche greifen müssen, sind die Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien und in der Industrie stabil geblieben oder sogar gewachsen. Auch die Versorgungssicherheit ist nach wie vor gewährleistet, eine Zusage, die ausnahmsweise einmal eingehalten wurde. Das Gleiche gilt für die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Sonne. Die momentan abrufbare Leistung ist nicht mehr nur ein theoretischer Wert, sie ist real.

Keine Fortschritte bei der Wärmewende

Wenn es um die sogenannte „Wärmewende“ geht, hat Deutschland das Teilziel nicht erreicht. Bei den Neubauten sind kleine Fortschritte zu verzeichnen, der Weg zu klimaneutralen Gebäuden ist jedoch noch weit. Besonders schleppend geht es im Bereich der Sanierungen voran und selbst die extrem niedrig angesetzte Quote von zwei Prozent ist nicht mehr erreichbar. Da es keine Daten gibt, die öffentlich zur Verfügung stehen, ist es sehr schwierig, diesbezüglich verlässliche Angaben zu machen.

Die Elektromobilität bleibt überschaubar

Wie bei der Wärmewende, so bleibt Deutschland auch im Bereich der E-Mobilität weit zurück. Auch hier gibt es keine festen Größen oder Zahlen, die etwas über diesen wichtigen Bereich aussagen. Fest steht aber, dass der Anteil an Elektroautos sehr überschaubar ist: Bei den Neuzulassungen 2016 lag er unter einem Prozent. In den Nachbarstaaten wie Frankreich, Österreich und den skandinavischen Ländern sieht das ganz anders aus, hier rollen die E-Autos bereits durch die Straßen.

Eine große Aufgabe

Die neue Bundesregierung muss möglichst zeitnah einen neuen und umfassenden Katalog für die Energiewende vorlegen. Mit einem „weiter so“ ist es leider nicht getan. Es fehlt vor allem an Planungssicherheit, aber auch an Mut, die wichtigen Schritte einzuleiten. Geschieht wie bisher nichts, dann sind die Verbraucher die Dummen, denn sie müssen immer mehr für ihren Strom bezahlen.

Bild: @ depositphotos.com / ginasanders

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Ulrike Dietz

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.