Lohnt es sich, eine Brillen- und Heilpraktikerversicherung abzuschließen?

Veröffentlicht: 17. November 2017 | 9:33 Uhr
Lohnt es sich, eine Brillen- und Heilpraktikerversicherung abzuschließen?

Eine Brille ist in der heutigen Zeit mehr als nur eine Sehhilfe, sie ist ein modisches Accessoire. Wer eine neue Brille benötigt, muss dafür unter Umständen tief in die Tasche greifen, denen schicke Brillen sind nicht eben günstig und die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten. Auch wenn es um den Besuch bei einem Heilpraktiker geht, zeigen sich die gesetzlichen Krankenkassen zugeknöpft, der Versicherte muss die alternative Behandlung selbst bezahlen. Es gibt aber eine Brillen- und Heilpraktikerversicherung, die die Kosten übernimmt.

Eine Kombiversicherung

Nicht jeder vertraut auf die moderne Gerätemedizin, viele möchten sich lieber von einem Heilpraktikeroder einem Facharzt für Naturheilverfahren behandeln lassen. Akupunktur, Behandlungen mit Eigenblut, Osteopathie und andere alternative Heilmethoden erfreuen sich großer Beliebtheit, obwohl die gesetzlichen Krankenkassen diese Behandlungen nicht bezahlen. Alle, die von der alternativen Medizin überzeugt sind, können eine Heilpraktikerzusatzversicherung abschließen, die einen festgelegten Prozentwert der Kosten für die alternative Behandlung übernimmt. Das gilt allerdings nur bis zu einem jährlichen Höchstwert, aber je nachdem, welcher Tarif gewählt wird, erstattet die Versicherung auch die für die Behandlung notwendigen Verbandsmaterialien und Medikamente. In der Regel gibt es die Möglichkeit, die Heilpraktikerzusatzversicherung in Kombination mit einer Brillenversicherung abzuschließen. Diese Versicherung übernimmt dann wiederum einen festgelegten Höchstsatz für die Kosten von Brille oder Kontaktlinsen.

Was ist bei der Wahl des Tarifs zu beachten?

Wenn die Entscheidung für eine Brillen- und Heilpraktikerversicherung gefallen ist, dann stellt sich die Frage, welcher Tarif der richtige ist. Wichtig ist es, sich zu informieren, wie hoch der Anteil ist, mit dem die Versicherung die Kosten für die Behandlung bezuschusst. Handelt es sich um einen guten Tarif, dann erstattet die Brillen- und Heilpraktikerversicherung 80 Prozent des jeweiligen Rechnungsbetrags. Wichtig ist außerdem die Begrenzung des Tarifs, denn die gibt an, wie hoch der jährliche Betrag sein darf, den die Versicherung übernimmt. Bei einer Heilpraktikerzusatzversicherung spielt das GebührenverzeichnisfürHeilpraktiker eine entscheidende Rolle. Dieses Verzeichnis bildet die Grundlage, nach der die Behandlungen erstattet werden. Welche Leistungen das sind, kann jeder im sogenannten Hufelandverzeichnis nachsehen, denn dort sind alle Naturheilverfahren aufgeführt, die sich in der Praxis bewährt haben.

Der Zuschuss bei den Sehhilfen

Um den richtigen Tarif zu finden, ist auch der Zuschuss für die Brille von Bedeutung. In diesem Fall ist es wichtig, darauf zu achten, wie hoch der Höchstbetrag für die Erstattungen ist. Bei den meisten Anbietern können die Versicherten einen Betrag von 200,- Euro alle zwei Jahre ausschöpfen. Es gibt jedoch auch Tarife, die beim Kauf von Kontaktlinsen oder einer Brille weit über den Höchstbetrag hinausgehen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich die Sehstärke des Versicherten in diesem Zeitraum stark verändert hat. Bei einigen Versicherungen ist es sogar möglich, einen Zuschuss zu einer Laserbehandlung der Augen zu bekommen.

Wie lange ist die Wartezeit?

Bei einer Brillen- und Heilpraktikerversicherung sehen die Anbieter eine Wartezeit vor, die in der Regel einen Zeitraum von drei Monaten umfasst. Wer zum Beispiel im Januar diese Zusatzversicherung abschließt, muss bis zum März warten. Erst dann übernimmt die Versicherung die Kosten für den Besuch beim Heilpraktiker oder die Bezuschussung der neuen Brille. Es ist zwar möglich, einen Antrag auf den Wegfall derWartezeit zu stellen, aber hier handelt es sich lediglich um eine theoretische Option. Der Versicherte muss auf seine Kosten ein Attest vom Arzt erstellen lassen und dann bei der Versicherung vorlegen. Die meisten Versicherungen lassen aber nicht mit sich reden, sie bestehen darauf, dass der Versicherte die Wartezeit einhält. Anders sieht es bei einzelnen Tarifen aus, hier verzichten die Versicherungen auch mal auf die Wartezeit. Das gilt jedoch nur, wenn es sich um Probleme mit der Gesundheit handelt, die vor dem Abschluss der Versicherung noch nicht bekannt waren.

Richtiges Verhalten im Versicherungsfall

Im Versicherungsfall ähnelt die Brillen- und Heilpraktikerversicherung einer privaten Krankenversicherung. Nach dem Besuch beim Arzt, Heilpraktiker oder Optikerbekommt der Versicherte eine Rechnung. Diese wird kopiert, die Kopie kommt zu den eigenen Unterlagen, das Original geht an die Versicherung. Die Versicherung prüft anschließend, ob die Leistungen abgedeckt sind und wenn alles stimmt, dann übernimmt sie ihren Anteil an den Kosten.

Fazit

Alle, die eher zum Heilpraktiker als zum Arzt gehen oder öfter eine neue Brille brauchen, sollten über eine Brillen- und Heilpraktikerversicherung nachdenken. Für alle anderen ist diese Versicherung keine Option.

Bild: @ depositphotos.com / Goodluz

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Ulrike Dietz

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.