Was ändert sich bei der Betriebsrente 2018?

Veröffentlicht: 19. Januar 2018 | 20:30 Uhr
Was ändert sich bei der Betriebsrente 2018?

Die Altersvorsorge in Deutschland ruht auf drei Säulen, der gesetzlichen Rente, der privaten Rente und der betrieblichen Rente. Für die dritte Säule, die Betriebsrente, gibt es seit dem 1. Januar 2018 einige Veränderungen. Für immer mehr Arbeitnehmer ist klar, dass sie von der gesetzlichen Rente alleine nicht leben können, sie müssen sich also nach einer zusätzlichen Einnahmequelle umschauen. Das kann die betriebliche Rente sein.

Die Möglichkeiten der Betriebsrente

Wenn es um die betriebliche Altersvorsorge geht, dann stehen fünf unterschiedliche Modelle zur Verfügung:

  • Die Direkt- oder Pensionszulage
  • Die Zusage über eine Unterstützungskasse
  • Die Direktversicherung
  • Die Pensionsfonds
  • Die Pensionskasse

Dazu kommen dann noch drei verschiedene sogenannte Zusagearten, nämlich die Leistungszusage, die Betriebszusage mit einer Mindestleistung und die beitragsorientierte Leistungszusage. Am 1. Januar 2018 kam mit der reinen Beitragszusage noch eine zusätzliche Zusageform dazu.

Wer hat einen Anspruch auf eine betriebliche Rente?

In Deutschland haben rund 60 Prozent der Arbeitnehmer ein Anrecht auf eine Betriebsrente. In erster Linie handelt es sich dabei um diejenigen, die in den höheren Einkommensklassen beschäftigt sind, sowie die Beschäftigten in den ganz großen Konzernen und Unternehmen. Nach dem Willen der Politik soll die betriebliche Rente jetzt aber auch für die Geringverdiener attraktiver gestaltet werden. Auf diese Weise sollen auch diese Arbeitnehmer einen besseren Schutz vor der Armut im Alter erhalten.

Was bezweckt die Reform?

Nicht jedes Unternehmen bietet seinen Angestellten die Möglichkeit einer Betriebsrente an. Die Reform verfolgt daher als primäres Ziel, auch den kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Anreiz zu geben, eine betriebliche Rente anzubieten. Bis jetzt sind zu viele Unternehmen noch zurückhaltend, da sie ihren Mitarbeitern eine Rente mit einer bestimmten Mindestrente garantieren müssen. Um diese Garantie einhalten zu können, muss zum Teil sehr viel Geld zurückgestellt werden. Das ist vor allem den kleinen Betrieben einfach zu riskant. Mit dem Modell, das am 1. Januar 2018 dazugekommen ist, gibt es nun das sogenannte Sozialpartnermodell. Dieses Modell ermöglicht es den Arbeitgebern, nicht mehr für eine zugesagte Rente haften zu müssen. Es wird lediglich festgelegt, welche Summen der Arbeitgeber an seine Angestellten als Betriebsrente zahlen muss. Die Höhe dieser Beträge ist aber nicht garantiert.

Die Betriebsrente für Geringverdiener

Arbeitgeber, die ihre Angestellten, die ein maximales Einkommen bis zu 2200 Euro im Monat haben, beim Sparen unterstützen, erhalten steuerliche Vorteile. So erhält der Arbeitgeberbeitrag von mindestens 240,- Euro bis zu maximal 480,- Euro im Jahr vom Finanzamt einen Zuschuss, und zwar mit 30 Prozent. Das sind für den Arbeitgeber zwischen 72,- Euro und 144,- Euro im Jahr. Allerdings gibt es keine Verpflichtung vonseiten der Arbeitgeber, dass sie diesen Zuschuss dann auch wirklich zahlen.

Warum sich eine Betriebsrente auszahlt

Eine betriebliche Rente zahlt sich vor allem immer dann aus, wenn der Chef alle Beiträge selbst übernimmt oder wenn er den Arbeitnehmern Geld dazugibt, wenn diese eine Betriebsrente möchten. Handelt es sich um eine vom Arbeitnehmer finanzierte Betriebsrente, dann gibt es noch einen weiteren Anreiz, denn während der Einzahlungsphase lassen sich Abgaben und Steuern sparen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, bis zu 1800 Euro an Steuern zu sparen.

Bild: @ depositphotos.com / olly18

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Ulrike Dietz

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.