Preisschock im Supermarkt – das wird für die Verbraucher teurer

Veröffentlicht: 17. Februar 2018 | 20:13 Uhr
Preisschock im Supermarkt – das wird für die Verbraucher teurer

Noch vor wenigen Jahren konnte jeder, der regelmäßig einkaufen geht, sagen, wie viel für Butter, Mehl, Milch und Eier an der Kasse bezahlt wird. Diese Zeiten sind jetzt endgültig vorbei, denn auf die Verbraucher wartet ein wahrer Preisschock, wenn sie im Supermarkt einkaufen. Vor allem bei der Butter ist die Verwirrung groß, denn sie war immer eine feste Größe im Kühlregal, ein Posten, auf den sich jeder Verbraucher bedingungslos vertrauen konnte. Aber der Preisanker Butter existiert nicht mehr und der Preisschock wird immer größer.

Keine Orientierung mehr

Es ist noch nicht lange her, da lagen die 250-Gramm-Päckchen Butter sauber aufgereiht in der Kühltheke des Supermarkts. Keine Hausfrau musste auf den Preis schauen, denn die Butterpreise waren jahrelang stabil. Heute fehlt am Kühlregal jegliche Orientierung, denn dort stapeln sich die Päckchen mit Butter und nehmen gleich mehrere Regalböden ein. Mindestens acht unterschiedliche Butterpäckchen stehen zur Auswahl und selbst die Discounter wie Aldi oder Lidl haben mittlerweile bis zu fünf Buttersorten im Angebot. Das, was immer mehr Verbraucher stört, ist jedoch nicht die breite Auswahl, es ist vielmehr der Preisschock, denn für 250 Gramm Butter muss der Verbraucher zwischen 1,29 und 2,79 Euro zahlen. Nicht nur das ist ein Problem, was viel schlimmer ist, die Preise für Butter schwanken und das sorgt für noch mehr Verwirrung. Vor sechs Monaten kosteten 250 Gramm Butter doppelt so viel wie heute, also zwischen 1,99 und satten vier Euro. Dann kam nach dem Preisschock ein rasanter Preisrutsch. Jeder, der früher exakt wusste, wie viel ein halbes Pfund Butter kostet, kann den Preis heute nur noch raten.

Extreme Schwankungen

Was Preisschwankungen sind, das wissen alle Autofahrer, wenn es um die Preise für Benzin und Diesel geht. Extreme Preisschwankungen gibt es heute nicht nur an den Tankstellen, sondern auch in jedem Supermarkt oder Discounter. Schuld an diesem Chaos sind in erster Linie die Milchpreise, sie sorgen dafür, dass die Verbraucher sich beim Einkauf nicht mehr auskennen. Konnte sich der Verbraucher früher an den sogenannten Eck- oder Ankerprodukten orientieren, so brechen diese wichtigen Punkte nach und nach weg. Unter Eck- und Ankerprodukten versteht der Markt alle Waren, die zum täglichen Bedarf gehören, wie eben Butter, Milch, Käse oder Eier. Diese Produkte sind den Händler wichtig und sie buhlen praktisch um die Gunst der Kunden. Da diese Waren sehr heiß umkämpft sind, verkaufen die Märkte sie in einer sehr geringen Menge oder ganz ohne Marge. Sie müssen nur auf den berühmten Mitnahmeeffekt hoffen, da Kunden, die Brot oder Brötchen kaufen, meist auch Butter, Milch und Eier mitnehmen.

Das Chaos wird immer größer

Seit dem Jahr 1991 ist das Preisniveau für die Lebensmittel des täglichen Bedarfs konstant geblieben, doch seit einigen Jahren haben sich die Preise geändert. Sie schwanken stark mal nach oben und mal nach unten. Kostet die Butter jetzt 1,99 Euro, dann wissen die Verbraucher nicht mehr, ob das günstig oder schon teuer ist. Die Verbraucher sind zunehmend verunsichert, denn sie können nicht mehr unterscheiden, ob sie nun günstig einkaufen oder nicht. Zu diesem Chaos kommen dann noch die vielen Eigenmarken der Handelsketten, wie zum Beispiel bei der Butter. Alle Eigen- und Handelsmarken, ganz gleich, ob sie von Edeka, von Lidl, von Rewe oder von Netto stammen, sind zu unterschiedlichen Preisen zu haben. Meist gibt es ein Basisprodukt und dann zwei Produkte einmal im mittleren und einmal im oberen Preissegment. Der einzige Discounter, bei dem der Kunde noch die Übersicht hat, ist Aldi, denn dort gibt es nur zwei Eigenmarken zur Auswahl. Die Verbraucher wissen nicht mehr, wie sie die einzelnen Marken überhaupt unterscheiden sollen, über den Preis funktioniert es jedenfalls nicht.

Es kommt auf den Effekt an

Warum verkaufen die Supermärkte und die Discounter Butter zu so unterschiedlichen Preisen? Butter ist schließlich Butter und das Einzige, was die 250 Gramm Päckchen unterscheidet, ist die mehr oder weniger aufwendige Verpackung. Marketingexperten sehen das allerdings ganz anders, sie vermuten hinter den unterschiedlichen Preisen einen raffinierten psychologischen Effekt. So greifen die Kunden gerne mal zum teuren Produkt, wenn sie sich „etwas gönnen möchten“. Mit den hochpreisigen Produkten setzen die Händler also auf die Gefühle der Kunden, dazu kommen die Werbeslogans oder auch bestimmte Siegel oder gute Testergebnisse. Sie liefern die Gründe, warum das eine Päckchen Butter so viel teurer ist als ein anderes, obwohl sich in beiden nur Butter befindet. Das menschliche Gehirn hat oftmals keine Chance mehr, den echten Wert eines Produkts zu erkennen.

Preisschilder sorgen für Verwirrung

Ein bewährtes Instrument, um bei den Kunden für Verwirrung zu sorgen, sind aktuell die digitalen Preisschilder an den Regalen. Diese moderne Technik bietet aus Sicht der Händler viele Vorteile, auch wenn die Kosten für die Anschaffung locker im fünfstelligen Bereich liegen. Wer sich für digitale Preisschilder entscheidet, der spart Personal und damit eine Menge Geld. Wie an der Tankstelle lassen sich die Preise auch im Supermarkt innerhalb von wenigen Sekunden korrigieren. Dazu kommt, dass die Preisschilder der neuen Generation nicht so anfällig für Fehler sind als die gedruckten oder mit der Hand geschriebenen Schilder. Rewe hat damit angefangen und seitdem ist der Markt in Bewegung. Die Kunden fürchten jetzt auch zu Recht, dass es zu sogenannten „Flatterpreisen“ wie an der Tankstelle kommt. Es ist nicht nur theoretisch möglich, die Preise mehrfach am Tag zu ändern. Marktexperten gehen jedoch davon aus, dass es nicht so weit kommt. Andererseits ist die Verlockung natürlich groß, Gemüse und Obst, die nicht mehr ganz so frisch sind, zu günstigen Preisen zu verkaufen oder eine „Happy Hour“ für bestimmte Produkte einzurichten.

Fazit

Vor allem älteren Menschen fällt es zunehmend schwer, sich in einem modernen Supermarkt oder einem Discounter der neuen Generation zurechtzufinden. Die Märkte sorgen dafür, dass die Menschen, die im digitalen Zeitalter große Probleme haben, jetzt auch Schwierigkeiten beim Einkaufen bekommen. Chaos bei den Preisen, digitale Preisschilder an den Regalen und ein Preisschock bei den Lebensmitteln des täglichen Lebens, das alles spielt Händlern wie Amazon in die Hände. Der Internetriese profitiert mit seinem Programm Amazon Fresh von der stetig steigenden Verunsicherung der Verbraucher, die im Supermarkt nicht mehr einkaufen möchten.

Bild: @ depositphotos.com / AndreyPopov

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.