Was steckt hinter einer Anschlussfinanzierung » Finanzen Heute

Lübbecke 27.06.2015

Bei den meisten Baudarlehen wird eine Zinsfestschreibung über eine bestimmte Länge vereinbart. Dies können 5, 10, 15 oder auch 20 Jahre sein. Ist diese Zeit abgelaufen,  muss mit der Bank über einen neuen Zins verhandelt werden. Läuft Ihre Zinsbindung demnächst ab, werden Sie bald ein neues Angebot von Ihrer finanzierenden Bank erhalten. Oftmals bietet die Bank dem Kunden für diese zweite Finanzierungsrunde eine niedrigere Rate an. Wichtig ist, dass man sich von diesen Angeboten nicht blenden lässt, sondern wieder damit beginnen, verschiedene Angebote zu vergleichen. Versuchen Sie, die Konditionen an Ihre persönlichen Verhältnisse weitgehend anzupassen. Das kann Ihnen unterm Strich mehrere tausend Euro sparen.

Mit der Aufnahme einer Anschlussfinanzierung nehmen Sie quasi eine neue Schuld auf sich, um eine Restschuld zu begleichen. Sagt Ihnen das Angebot Ihrer bisherigen Bank nicht zu, haben Sie nun die Möglichkeit, zu einem anderen Kreditinstitut zu wechseln, wenn Ihnen dieses deutlich bessere Konditionen bieten kann. Eine Anschlussfinanzierung wird meist dann nötig, wenn Ihr Darlehen sehr hoch ist und es eine sehr lange Laufzeit hat, da der Zinssatz ja nur auf eine bestimmte Dauer festgeschrieben ist. Etwa 6 Monate vor Ablauf der Zinsbindungsfrist werden sämtliche Konditionen wie Zinshöhe, Laufzeit und Möglichkeiten zur Sondertilgung neu verhandelt.

Sie sollten sich so früh wie möglich mit dem Thema Anschlussfinanzierung auseinandersetzen und nicht erst auf das Angebot Ihrer Bank warten. Denn dann haben Sie genügend Zeit sich in Ruhe zu informieren und sich in Zeiten der Zinserhöhung rechtzeitig noch niedrigere Zinsen zu sichern. Nur wenn Sie mit Sicherheit davon ausgehen können, dass eine Zinssenkung zu erwarten ist, können Sie sich noch Zeit lassen und von den niedrigeren Zinsen profitieren.

Anschlussfinanzierung – ein wichtiges Thema

Schließt man anhand eines bestehenden Darlehens eine Zinsfestschreibung erneut ab, so spricht man von einer Anschlussfinanzierung. Ein Immobiliendarlehen unterliegt üblich einen Zinsbindung oder einer Zinsfestschreibung. Je nach Bankenrichtlinie beziehungsweise Kundenwunsch kann eine Zinsfestschreibung zwischen 1 und 30 Jahren variieren. Die Eigenheim-Finanzierer bevorzugen eine Zinsfestschreibung von 10 bis 15 Jahren. Der Kreditnehmer ist während diesem Zeitraum an den vereinbarten Zinssatz gebunden.

Eine Anschlussfinanzierung ist vor allem dann unumgänglich, wenn nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung steht, um ein Darlehen vollständig ablösen zu können. Durch ein Forward-Darlehen kann dies bereits Monate oder Jahre vor dem Ende der Zinsfestschreibung erfolgen. Darlehensnehmer haben so die Möglichkeit, sich für ein Darlehen noch heute den Zinssatz in der Zukunft zu sichern. Ausschlaggebend für die Wahl einer optimalen Anschlussfinanzierung ist aber nicht nur der günstige Zinssatz. In die Planung sollten auch der Tilgungssatz, Zeitrahmen der Zinsbindung und die Flexibilität des Darlehens einbezogen werden. Des weiteren sollte man auch darauf achten, welche Tilgungsvariationen und Sondertilgungsrechte während der Laufzeit hat.

Eine Anschlussfinanzierung kann über die Hausbank oder eine neue Bank erfolgen. Wer sich für eine Anschlussfinanzierung bei einer neuen Bank entscheidet, der sollte sich vorher ein paar verschiedene Angebote einholen. So kann man sich einen kleinen Überblick über die verschiedenen Angebote machen. Den besseren Zinssatz bieten hier ganz klar die Onlinebanken. Die geringeren laufenden Kosten sind hierfür ausschlaggebend.

 

Die Anschlussfinanzierung bei Hypotheken

Vor allem bei Hypotheken ist die sogenannte Anschlussfinanzierung immer wieder ein Thema. Diese bezeichnet die Kreditverlängerung oder eben den Abschluss eines neuen Kredits nach Ablauf der Zinsbindung. Eine Hypothek ist immer für einen bestimmten Zeitraum zinsgebunden. Läuft diese Zinsbindung aus, ist der Kreditgeber, die Bank, dazu verpflichtet, den Kreditnehmer zum einen darüber zu informieren und zum anderen ein Angebot für eine Kreditverlängerung zu übermitteln.

Viele Kreditnehmer verlängern den Kredit wie selbstverständlich bei der bestehenden Bank, ohne zu wissen, dass bei einem Wechsel zu einer Bank meist erhebliche Kosten eingespart werden können. Zahlreiche Umfragen haben ergeben, dass die meisten Banken Ihren Kunden nach Ablauf der Zinsbindung, schlechtere Konditionen unterjubeln, als sie zuvor waren. Es kann sich also lohnen, sich schon vorab über eine Anschlussfinanzierung durch eine andere Bank zu informieren. Hierbei sollte man einiges beachten.

Zum einen sollte man als Kreditnehmer laufend die Entwicklung der Hypothekzinsen beobachten, denn die sogenannten Forwardkredite machen es möglich, sich niedrige Zinsen für Jahre später zu sichern und so eine besonders günstige Anschlussfinanzierung abzuschließen. Der Vorteil des Forwardkredits kann sich allerdings auch zum Nachteil entwickeln, sollten die Zinsen nach Abschluss des Kredits noch weiter sinken. Denn es gelten in jedem Fall die Zinssätze zum Vertragsabschluss.

Generell gilt es, rechtzeitig Offerten für eine Anschlussfinanzierung einzuholen und mit den anderen Banken eine eventuelle Übernahme der Vorfälligkeitsentschädigung auszuhandeln, die für die vorzeitige Auflösung des bestehenden Vertrags meist in Rechnung gestellt wird. Außerdem sollte man sich beim Notar darüber informieren, welche Kosten für die Änderung im Grundbuch, auf einen zukommen.


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Was steckt hinter einer Anschlussfinanzierung
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Über den Autor Heike Stopp

Heike Stopp schreibt News rund um das Thema Finanzen. Ihr Tätigkeitsfeld umfasst ebenso Unternehmen aber auch Immobilien.