Aktiendepots vergleichen und viel Geld sparen

Veröffentlicht: 20. Juni 2018 | 19:54 Uhr
Aktiendepots vergleichen und viel Geld sparen

Geld anlegen ist in der heutigen Zeit nicht mehr ganz so einfach, denn die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat die Zinsen auf null zurückgeschraubt. Die klassischen Geldeinlagen sind im Moment kein Thema mehr. Wer heute sparen will, der muss sich irgendetwas anderes als nur ein Tagesgeld- und Festgeldkonto einfallen lassen. Was vor 20 Jahren noch als Ding der Unmöglichkeit galt, ist heute eine Selbstverständlichkeit geworden: der private Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren. Dieser Handel verspricht noch eine ansehnliche Rendite, erfordert allerdings ein Depot bei einer Bank oder einem Broker.

Warum wird ein Depot benötigt?

Um reguläre Geldtransaktionen durchführen zu können, wird ein Girokonto benötigt. Das Gleiche gilt ebenfalls für den Handel mit Aktien, hier heißt das Konto aber Depot. Jede Bank in Deutschland bietet ihren Kunden die Möglichkeit, ein Depot zu eröffnen, aber es ist nicht in jedem Fall die günstigste Variante. Das Depot ist eine Art virtuelles Schließfach, in dem die Aktien und Wertpapiere verwahrt werden. Aus diesem Depot heraus findet der Handel mit den Aktien statt. Diesen Service lassen sich die meisten Banken von ihren Kunden teuer bezahlen: Sie verlangen Depotgebühren in unterschiedlicher Höhe. Dazu kommen noch die Gebühren für die einzelnen Transaktionen, die bei einigen Banken selbst dann zu zahlen sind, wenn es überhaupt keine Bewegung bei den Aktien gab. Wer Kosten sparen will, der sollte sich bei einem der vielen Broker kundig machen, die ihre Dienste online anbieten. In der Regel haben sie günstigere Angebote als die klassischen Banken.

Was kostet ein Aktiendepot?

Die Banken sind sehr erfindungsreich, wenn es um die Gebühren für das Aktiendepot geht. Die meisten verlangen Gebühren nur für die Führung des Depots, dazu kommen noch die Börsengebühren, wie beispielsweise für die Börse in Frankfurt. Wie hoch diese Gebühren allerdings ausfallen, ist von der jeweiligen Börse abhängig. Dann berechnen die Banken noch eine sogenannte Orderprovision für alle Käufe und Verkäufe von Aktien. Für die Provision gibt es zwei verschiedene Modelle. Zum einen die fixe Provision pro Order und zum anderen die Provision, die vom jeweiligen Volumen abhängig ist. Eine große Order ist dabei immer teurer als eine kleine Order. In diesem Fall können Anleger viel Geld sparen, wenn sie die Angebote der einzelnen Banken sehr genau prüfen. Ganz ohne Kosten geht es allerdings nicht, jedoch gibt es Broker, die ein kostenloses Depot im Angebot haben.

Tipps für Anfänger

Viele möchten gerne mit Aktien handeln, aber sie wissen nur sehr wenig von dieser Geldanlage. Alle, die noch nie ein Aktiendepot hatten und in den Handel starten möchten, sollten zunächst einmal die Angebote der Banken und Broker vergleichen. Wichtig ist hier, darauf zu achten, dass der Handel mit Aktien einfach erklärt wird und die Kosten immer transparent sind. Empfehlenswert ist immer ein Broker, der ein Demokonto anbietet. Mit dem Demokonto können Anfänger den Handel mit Aktien üben, ohne Geld zu riskieren. Beim Üben mit dem Demokonto bekommen die Anleger ein Gespür für den Handel, aber sie merken auch meist sehr schnell, welche Risiken es gibt. Starten die Anleger dann in den „richtigen“ Handel ein, müssen sie die einzelnen Aktien sehr genau unter die Lupe nehmen. So ist es unter anderem sinnvoll, sich die Aktie im sogenannten Jahreschart anzusehen, um ihren Verlauf nachvollziehen zu können.

Die Ziele konkret definieren

Alle, die ihr Aktiendepot vernünftig strukturieren möchten, die müssen ihre genauen Ziele sehr konkret definieren. Wann wird welche Aktie gekauft und welche dieser Aktien sind für das persönliche Depot überhaupt von Interesse? Viele kaufen immer wieder nur eine einzige, ganz bestimmte Aktie und investieren in diese Aktie viel Geld. Das hört sich zwar sehr einfach an, ist aber ein sehr riskanter Handel. Das ganze Risiko lastet dabei auf nur einer Aktie und das macht ein Depot sehr unausgewogen. Je nachdem, wie viel Geld im Spiel ist, kann das einen Totalverlust bedeuten, falls es mit der Aktie bergab geht. Ein Anleger, der seine Ziele klar definiert, der konzentriert sich nicht nur auf eine Aktie, sondern setzt vielmehr auf einen Mix aus verschiedenen, vielversprechenden Aktien. Es müssen nicht nur Aktien aus dem Energiebereich sein, auch die Automobilindustrie sowie der Handel oder die Pharmabranche sollten dabei sein.

Ist es vorteilhaft, in Fonds zu investieren?

Gegenüber einzelnen Aktien haben Fonds oder ein Mix von Aktien viele Vorteile. Ein Fonds besteht aus mehreren Aktien, die ein Fondsmanager verwaltet. Bei einem Broker oder auch bei einer Bank gibt es einen Fondsmanager, der das Geld der Kunden in die jeweiligen Fonds investiert. Der Manager stellt ein individuelles Paket aus Aktien zusammen und achtet darauf, dass sich die Aktien in einem Fonds gegenseitig stützen können. Wenn die Aktien nicht das bringen, was die Prognosen gesagt haben, dann ändert der Fondsmanager auch die Gewichtung eines Fonds und nimmt neue Aktien dazu. Vor einer Investition in einen Fonds sollte jeder Anleger zuerst mit dem Fondsmanager über dessen Strategie sprechen.

Auf die Dividende kommt es an

Wer das richtige Aktiendepot gefunden hat, aber noch nicht weiß, welche Aktien für ihn infrage kommen, der sollte sich die Aktien ansehen, die eine gute Dividende versprechen. Zu den Unternehmen, die eine gute Dividende ermöglichen, gehört beispielsweise die Allianz Versicherung, aber auch die Münchner Rückversicherung. Ebenso attraktiv sind die deutschen Autobauer wie BMW, Daimler und immer noch VW, trotz aller im Moment bestehenden Probleme. Ansonsten zu empfehlen sind die Aktien der großen Telekommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom, auch Freenet sowie Telefónica Deutschland versprechen eine ansehnliche Rendite. Anzunehmen, es sei eine gute Idee, eine Aktie genau dann zu kaufen, wenn die Zahlung der Dividende ansteht, ist übrigens ein weitverbreiteter Irrtum. Der Anleger kassiert in diesem Fall zwar die anstehende Dividende, nicht selten fällt der Kurs der Aktie jedoch schon einen Tag später wieder.

Fazit

Der Handel mit Aktien ist schon lange nicht mehr nur ein Geschäft für Profis. Immer mehr private Anleger landen bei der Suche nach einer rentablen Geldanlage auf dem glatten Parkett der Börse und versuchen, mit Aktien Geld zu verdienen. Wer keine überzogenen Erwartungen hat, ein kostenfreies Depot eröffnet und sich von einem Profi beraten lässt, der kann mit Aktien und anderen Wertpapieren durchaus Geld verdienen.

Bild: @ depositphotos.com / 8vfanDP

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.