Wer muss eigentlich eine Beerdigung bezahlen?

Veröffentlicht: 1. Oktober 2018 | 19:50 Uhr
Wer muss eigentlich eine Beerdigung bezahlen?

Es sind Kosten von mehreren tausend Euro, die für eine Beerdigung anfallen, aber wer muss für diese Kosten aufkommen? In der Regel sind es die Erben oder die nächsten Verwandten, die alles bezahlen müssen. Wenn sie das aber nicht können, dann muss das Sozialamt einspringen und die Kosten übernehmen. Zahlen die Erben die Beisetzung, dann ist das eine Gegenleistung für das erhaltene Erbe. Die Erben haben aber die Möglichkeit, die Kosten anteilig an die anderen Verwandten weiterzugeben und sie so in die Pflicht zu nehmen.

Wie teuer darf eine Beerdigung sein?

Viele stellen sich die bange Frage, wie teuer eine Beisetzung eigentlich sein darf. In den meisten Fällen setzen sich die Kosten aus folgenden Positionen zusammen:

  • Die Kosten für den Bestatter
  • Die Kosten für das Grab
  • Die Feier nach der Beerdigung
  • Eventuell ein Grabstein
  • Todesanzeigen
  • Danksagungen

In den Gesamtkosten sind nicht die Reisekosten für die Angehörigen enthalten, die extra anreisen. Auch eine mögliche Umbettung gehört nicht zu den Kosten.

Die Angehörigen sind in der Pflicht

Wenn die Erben nicht für die Bestattung aufkommen können, weil es kein Geld und kein Vermögen gibt, sind die Angehörigen in der Pflicht. Für den Fall, dass auch sie nicht in der Lage sind, die Beerdigung zu bezahlen, springt das Sozialamt ein und übernimmt die Kosten. Zuvor versucht das Sozialamt allerdings, die Erben zur Kasse zu bitten. Die Erben müssen auch dann für die Bestattung zahlen, wenn sie zuvor das Erbe ausgeschlagen haben. Stirbt ein aktiver oder pensionierter Seemann, dann muss der Kapitän für die Bestattung aufkommen. So schreibt es das Seemannsgesetz vor.

Wann ist die Bezahlung nicht zumutbar?

Nicht zahlen müssen Erben oder Verwandte, wenn es für sie nicht zumutbar ist. Das ist unter anderem der Fall, wenn es zu einer Misshandlung durch den Verstorbenen gekommen ist. Kinder, die nachweisen können, dass sie von ihren Eltern in der Kindheit immer wieder geschlagen wurden, sind nicht verpflichtet, die Kosten für die Beerdigung zu übernehmen. Selbst die Nebenkosten wie die öffentlichen Gebühren, die Kosten für die Leichenschau, das Vorbereiten der Leiche, die Sargträger oder auch die Überführung auf den Friedhof sind den Erben und Verwandten unter bestimmten Umständen nicht zumutbar.

Was bezahlt das Sozialamt?

Muss das Sozialamt die Kosten übernehmen, dann wird es eine sehr einfache Bestattung. Das Amt zahlt nur das, was wirklich notwendig ist. Falls der Verstorbene in seinem Testament den Wunsch geäußert hat, verbrannt zu werden: Dieser letzte Wunsch geht leider nicht in Erfüllung. Das Sozialamt zahlt nur eine Erdbestattung. Das Gleiche gilt für den Wunsch nach einer Seebestattung oder einem anonymen Begräbnis.

Der Tod ist teuer, vor allem, wenn es um die Bezahlung einer Beerdigung geht. Das Gesetz sieht vor, dass die Erben für die entstehenden Kosten aufkommen. Jedoch hat nicht jeder das nötige Geld und eine Beerdigung ist in der heutigen Zeit eine teure Angelegenheit. Wenn weder Erben noch nahe Verwandte in der Lage sind, für die KOsten aufzukommen, zahlt das Sozialamt. Auf diese Weise sorgt der Steuerzahler dafür, dass ein Mensch mit Würde unter die Erde kommt.

Bild: @ depositphotos.com / Buurserstraat38

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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