Wie China den Goldpreis nach oben treibt

Veröffentlicht: 28. Januar 2019 | 16:45 Uhr
Wie China den Goldpreis nach oben treibt

Schweigen ist bekanntlich Gold, aber wenn Gold „redet“, dann schweigt die Welt. Das gelb glänzende Metall macht einmal mehr von sich reden und China ist daran nicht ganz unschuldig. Der Handelskrieg zwischen den USA und dem Reich der Mitte geht in eine neue Runde. Während Präsident Donald Trump die Strafzölle gegen China ins Feld führt und das größte Land der Welt immer weiter unter Druck setzt, gehen die Chinesen subtiler vor. Das macht sich vor allem bei den Goldpreisen bemerkbar.

Ein wichtiges Pfand

Ein wichtiges Mittel im Handelskrieg mit den USA sind für China amerikanische Staatsanleihen, die die Notenbank im Besitz hat. Jetzt hat die Nationalbank einen Teil davon verkauft. Es mag Zufall sein, aber zur gleichen Zeit hat sich auch Russland, ein anderer gewichtiger Gegner der Amerikaner, von seinen Staatsanleihen getrennt. Leider können weder die Europäer noch der Euro von dieser Handelspolitik profitieren. Alles, was China im Moment macht, ist Gold umzuschichten. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres begann die chinesische Notenbank damit, amerikanische Staatsanleihen loszuwerden. Daraufhin ging der Wert der Anleihen um 12,5 Milliarden Dollar auf 1,138 Billionen Dollar zurück. Das sind keine kleinen Beträge und Experten sehen dahinter eine langfristig angelegte Strategie der Chinesen. Offenbar möchte China nicht mehr im hohen Maße von Wertpapieren abhängig sein. Damit ist das Reich der Mitte das einzige Land der Welt, das sich im Moment vom Dollar wegbewegt.

Schlechte Nachrichten zum schlechten Zeitpunkt

Für die USA kommt das Verhalten Chinas zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Seit Beginn der Präsidentschaft von Donald Trump ist das Handelsdefizit der USA sehr deutlich gestiegen. Aktuell beträgt es knapp 4,6 Prozent der Wirtschaftsleistung und das bei einer Konjunktur, die boomt wie selten zuvor. Sollte es einmal nicht so gut laufen, dann dürfte der Fehlbetrag noch weitaus höher ausfallen. So lautet unter anderem die Faustregel: Wenn die Arbeitslosenrate auch nur um einen Prozentpunkt steigt, steigt auch das Defizit im gleichen Zeitraum um zwei Prozent. Das große Problem ist jedoch, dass die gestiegenen Defizite alle über Staatsanleihen finanziert werden müssen. Dazu muss es aber erst einmal Käufer geben. Pech ist, dass die US-Notenbank nicht mehr als Käufer mit im Rennen ist, sie möchte den Bestand ein wenig kleiner halten.

Große Probleme

Die Notenbank der USA hat ihren Anleihenaufkauf zurückgefahren. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass der amerikanische Finanzminister ein großes Problem bekommt, und zwar, wenn er für seine Schuldscheine keine Käufer mehr findet. In der Folge könnten die Zinsen steigen, was aber ein Todesurteil für die Wirtschaft wäre. Möglich ist auch eine Neuauflage des Kaufprogramms durch die US-Notenbank, was aber sehr wahrscheinlich zu Verwerfungen am Finanzmarkt führt.

China behält im Handelskrieg mit den USA die Nerven und agiert sehr souverän. Die Chinesen gehen ihren eigenen Weg und stocken ihren Bestand an Gold auf. Zu ersten Mal seit Ende 2018 hat China beim Gold wieder zugelegt und den Bestand von 1843 auf 1853 Tonnen erhöht. Das entspricht aktuell einem Wert von 67 Milliarden US-Dollar. Ein Anziehen des Goldpreises ist schon jetzt spürbar. Bleibt die Volksrepublik bei ihrem Kurs, dann wird der Preis für Gold noch weiter in die Höhe getrieben.

Bild: @ depositphotos.com / VERSUSstudio

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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