Risiko bei der Immobilienfinanzierung beachten » Finanzen Heute

Risiko bei der Immobilienfinanzierung beachten

Viele Verbraucher, die jetzt ein eigenes Haus erwerben oder als Bauherren für die Erstellung einer Immobilie sorgen, freuen sich über die besonders günstigen Bauzinsen. Tatsächlich befinden sich die Hypothekenzinsen auf einem Niveau, wie es seit Einführung des Euros nicht vorhanden war. Zum Teil werden Immobilienkredite schon zu Zinssätzen von unter 1,5 Prozent vergeben, was bei den Kreditnehmern unter anderem zu einer geringen monatlichen Kreditrate führt. Dennoch ist insbesondere aufgrund der niedrigen Hypothekenzinsen Vorsicht geboten.

Zinsänderungsrisiko keinesfalls unterschätzen

Die monatliche Belastung ist aufgrund der niedrigen Hypothekenzinsen zwar gering, aber daraus ergibt sich auch die Tatsache, dass heute besonders viele Verbraucher und insbesondere Familien die Gelegenheit nutzen, günstig zum eigenen Heim zu gelangen. Dies wiederum beinhaltet, dass die monatliche Kreditrate häufiger am Limit ist, sodass noch etwas höhere Zinsen nicht tragbar wären. Genau diese Tatsache ist es allerdings, die für das spätere Zinsänderungsrisiko sorgt. Selbst wenn der Kreditnehmer mit seiner Bank eine lange Zinsbindung von beispielsweise 15 Jahren vereinbart, wird diese Bindungsdauer nicht ausreichen, um den gesamten Hypothekenkredit abzuzahlen. Daraus folgt, dass nach Ablauf der Zinsvereinbarung mitunter ein deutlich höherer Zinssatz gezahlt werden muss.

Lange Zinsbindungsdauer und hohe Tilgung vereinbaren

Es gibt allerdings einen sehr guten Weg, wie das zuvor angesprochene Zinsänderungsrisiko und somit auch das Risiko, dass die Kreditrate später nicht mehr tragbar ist, deutlich verringert werden kann. Neben der Wahl einer möglichst langen Zinsbindungsdauer ist es von großer Bedeutung, dass sich der Kreditnehmer für eine möglichst hohe anfängliche Tilgung entscheidet. Übliche Tilgungsraten von ein oder zwei Prozent sind hier weniger geeignet, sondern der Kreditnehmer sollte mindestens dazu in der Lage sein, eine Tilgung von 4 oder 5 Prozent vornehmen zu können. Der große Vorteil bei einer solch hohen Tilgung besteht darin, dass die Laufzeit des Kredites reduziert werden kann, sodass sich das spätere Zinsänderungsrisiko nur noch auf eine vergleichsweise geringere Restschuld bezieht.

Bild: © Depositphotos.com / finaldream

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Über den Autor Oliver Schoch

Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und war über 15 Jahre bei verschiedenen Banken und in diversen Bereichen tätig. Seit mittlerweile sieben Jahren ist er in Vollzeit als freiberuflicher Journalist und Online-Redakteur tätig. Webseite: www.autor-schoch.de