Automarkt in USA boomt – leider nicht für deutsche Hersteller » Finanzen Heute

Automarkt in USA boomt – leider nicht für deutsche Hersteller

Lange mussten die USA warten, bis der Automarkt wieder in Schwung kam, aber jetzt sieht es ganz danach aus, als würde das Jahr 2015 für den amerikanischen Autohandel als ein Rekordjahr in die Geschichte eingehen. Günstige Benzinpreise und vor allem sehr günstige Kreditzinsen machen den Amerikanern Lust auf den Kauf eines Autos, leider sind nur sehr wenige Autos von deutschen Herstellern dabei.

Schwere Zeiten für deutsche Autos

Die deutschen Anbieter haben es in den USA schwer, ihre Autos zu verkaufen. Schuld daran ist vor allem der lange Schatten, den der Skandal im Hause Volkswagen wirft, der viele Amerikaner nach wie vor verunsichert und vom Kauf eines deutschen Autos abhält. VW gerät durch die gefakten Abgaswerte immer mehr in Bedrängnis, und im Dezember mussten die Autobauer aus Wolfsburg ein Minus von 9,1 % gegenüber dem vorigen Jahr hinnehmen. Nur noch 30.956 Autos konnte VW im Dezember in den USA verkaufen und das, obwohl der Monat sogar zwei Verkaufstage mehr hatte.

Ehrgeizige Ziele für den Automarkt in den USA

Noch im Sommer 2015 hatte sich VW fest vorgenommen, 2018 rund 800.000 Autos in den USA zu verkaufen, davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Als im September des vergangenen Jahres die Schummeleien rund um die Abgaswerte bekannt wurden, verhängte VW zunächst einen kompletten Verkaufsstopp in Amerika und seitdem schrumpft die Nachfrage immer mehr. Während die Amerikaner sehr skeptisch sind, wenn es um Autos von VW geht, verzeichnet der Automarkt in Deutschland ein Plus, denn im Dezember wurden 2,5 % mehr Wagen aus Wolfsburg auf die Straße gebracht.

Auch BMW und Daimler verlieren

Man könnte es einen Sog nennen, denn nicht nur VW muss mit einem Absatzrückgang auf dem amerikanischen Automarkt leben, auch andere deutsche Hersteller wie Daimler und BMW mussten im Jahr 2015 ein Minus hinnehmen. So verzeichnen die Autobauer aus Bayern ein Minus von 17,7 % in den USA, vor allem der Verkauf des beliebten 3er Modells aus dem Hause BMW musste richtig Federn lassen, die Umsätze brachen um 60 % ein. Ebenfalls nicht besonders rosig sieht der US-Handel für Daimler aus, die Wagen aus Untertürkheim konnten nur ein mageres Plus von 1,7 % verzeichnen.

Amerikanische Autos sind gefragt

Die Amerikaner haben die Vorzüge der heimischen Autohersteller wieder für sich entdeckt, denn der Branchenführer General Motors hat ein dickes Umsatzplus von 5,7 % und bei Ford Motors waren es sogar 8,3 %. Noch beliebter war nur noch Fiat Chrysler mit einem Zuwachs von 12,6 % im vergangenen Jahr. Neben amerikanischen Autos sind es vor allem auch die japanischen Autohersteller, die sich freuen können. Der VW Rivale Toyota Motors verbucht Zuwächse von 10,8 % und Konkurrent Nissan Motor kann sich über ein Umsatzplus von 19 % freuen.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.