Steuersünder – die Finanzminister machen weiter Druck » Finanzen Heute

Steuersünder – die Finanzminister machen weiter Druck

Die Finanzminister der Länder wollen auch in diesem Jahr den Druck auf Steuersünder weiter verschärfen und auch 2016 wieder CDs mit brisanten Daten über Steuerhinterzieher kaufen. Vor allem Norbert Walter-Borjans, der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, will sich nach eigenen Angaben die „ganz hartnäckigen“ Steuersünder vornehmen, die bis jetzt noch nicht reagiert haben. Den gleichen Weg will auch der bayrische Finanzminister Markus Söder gehen, denn auch er möchte den Druck auf diejenigen erhöhen, die meinen, keine Steuern bezahlen zu müssen.

Zu viele Steuersünder in Deutschland

Es gibt immer noch viel zu viele Steuerhinterzieher in Deutschland und das veranlasst die Finanzminister der Bundesländer, wieder Daten zu kaufen und sich auch international über relevante Steuerdaten auszutauschen. Im Jahr 2015 gab es bundesweit fast 15.000 Selbstanzeigen und die Finanzminister hoffen, dass diese Zahl 2016 noch übertroffen wird. Rekordverdächtig ist das Jahr 2014, denn in diesen zwölf Monaten haben sich über 40.000 Steuersünder selbst angezeigt und damit versucht, ihre Strafe wegen Steuerhinterziehung zu mildern. Eine Selbstanzeige ist nach wie vor deutlich günstiger, als erwischt zu werden.

Der Fall Uli Hoeneß und die Folgen

Der Steuersünder Uli Hoeneß hat gezeigt, wie hart die Gesetzgebung mit denen umgeht, die „vergessen“, ihre fälligen Steuern zu zahlen. Als die Geschichte des ehemaligen Nationalspielers in die Schlagzeilen kam, stieg die Zahl der Selbstanzeigen sprunghaft an. Als Hoeneß dann schließlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, verzeichneten die Finanzämter erneut eine Welle der Selbstanzeigen. Jetzt haben sich die Wogen wieder geglättet, aber die Zahl der Steuersünder ist nach Ansicht der Finanzministerien leider nicht kleiner geworden. Neue CDs, die unter anderem wieder in der Schweiz, aber auch in Liechtenstein gekauft werden, sollen Erkenntnisse darüber bringen, wer wie viel am deutschen Fiskus vorbei geschleust hat.

Steuerhinterziehung – ein Massenphänomen

Wer denkt, dass nur Prominente wie Uli Hoeneß, Klaus Zumwinkel oder wie jetzt bekannt wurde, auch der Designer Karl Lagerfeld Steuersünder sind, der irrt sich, denn Steuerbetrug fängt schon mit kleinen Schummeleien bei der Steuererklärung an. Da gibt es fingierte Dienstreisen, bewusste Zahlendreher oder gefälschte Spesenabrechnungen, die die Finanzämter beschäftigen und die Steuerhinterzieher kommen dabei aus allen gesellschaftlichen Schichten. Rein statistisch sieht es aktuell so aus, dass mehr Normalverdiener als Reiche versuchen, die Steuern zu hinterziehen, und die finanziellen Schäden für den Staat belaufen sich auf 25 Milliarden Euro pro Jahr.

Eine sehr geringe Hemmschwelle

Finanzexperten bescheinigen den deutschen Steuerzahlern eine eher geringe Hemmschwelle, wenn es darum geht, dem Staat Steuern vorzuenthalten. Zum Tanken ins Ausland fahren, Zigaretten über die Grenze schmuggeln, oder auch schwarzarbeiten und Schwarzarbeiter beschäftigen, das gehört zu den häufigsten Steuervergehen in Deutschland. Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich dramatisch, aber wenn es viele mit den geltenden Gesetzen nicht so genau nehmen, dann summieren sich die Summen.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.