News: Mogelpackung des Jahres – der wenig schmeichelhafte Preis der Verbraucherzentrale » Finanzen Heute

Der Preis ist der gleiche, aber es ist weniger in der Packung – Mogelpackung nennt die Verbraucherzentrale diese Taktik der Hersteller. Seit 2013 verleiht die Verbraucherzentrale in Hamburg wieder den Preis für die Mogelpackung des Jahres. Unter den Nominierten ist ein guter Bekannter zu finden, aber auch neue Kandidaten sind dabei, die versuchen, mit einem alten Trick die Verbraucher wieder hinters Licht zu führen.

Fünf Nominierte für die Mogelpackung des Jahres

Fünf Produkte stehen bei der diesjährigen Wahl zur Mogelpackung des Jahres im Fokus:

  • Der Finesse Schinken von Hertha
  • Der Ketchup von Heinz
  • Die Kaffeekapseln von Jacobs
  • Die bebe Zartcreme von Johnson & Johnson
  • Die Dentagard Zahnpasta von Colgate-Palmolive

Diese fünf Produkte stehen zur Wahl und die Verbraucher können auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg noch bis zum 22. Januar 2016 darüber abstimmen, von welchem Produkt sie sich besonders getäuscht fühlen und den Herstellern eine Art Denkzettel verpassen.

Die versteckten Preiserhöhungen

Die Hersteller könnten die Preise ganz einfach erhöhen, aber das würden die Kunden kaum akzeptieren, deshalb haben sich die Unternehmen einen anderen Trick ausgedacht. Sie verkaufen ihre Produkte mit der gleichen Packungsgröße und zum gleichen Preis, aber der Inhalt ist geringer. So wurde zum Beispiel aus den ursprünglichen 100 Millilitern Inhalt der Dentagard Zahncreme aus dem Hause Colgate-Palmolive eine Füllmenge von nur noch 75 Millilitern, zum gleichen Preis versteht sich. Bei der bebe Zartcreme von Johnson & Johnson wurde durch diesen dreisten Trick die Dose gleich um 84 % teurer. Beim Schinken, beim Kaffee und auch beim Heinz Ketchup sind die versteckten Preiserhöhungen ganz ähnlich gelagert.

Prostete werden einfach ignoriert

Bei der Verbraucherzentrale in Hamburg gehen immer wieder Mails von wütenden Verbrauchern ein, die sich durch diese versteckten Preiserhöhungen betrogen fühlen. Neben den fünf Produkten, die jetzt zur Wahl der Mogelpackung des Jahres stehen, gibt es noch sehr viele andere Hersteller, die mit dieser Masche arbeiten, aber bei den nominierten Produkten ist der Betrug besonders dreist, so Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ob die Wahl der Mogelpackung des Jahres etwas am Verhalten der Hersteller ändern wird, darf bezweifelt werden, denn die Unternehmen ignorieren seit Jahren die Proteste der Verbraucher und der Verbraucherverbände. Selbst der offensichtliche Protest der Drogeriemarktkette dm, die Dentagard Zahncreme aus den Regalen nahm und die Kunden auf die versteckte Preiserhöhung hinwies, wurde ignoriert.

Die Füllmengen offenlegen

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert seit Langem mehr Transparenz von den Herstellern und wünscht sich eine Plattform, auf der die Reduzierungen der Füllmengen im Vorfeld veröffentlicht werden, denn dann sind keine Mogelpackungen und keine versteckten Preiserhöhungen mehr möglich. Es darf bezweifelt werden, dass die Unternehmen dem Wunsch der Verbraucherschützer nachkommen werden, denn sie haben mit der Mogelpackung einen ganz legalen Weg gefunden, um die Preise immer wieder zu erhöhen.

News: Mogelpackung des Jahres – der wenig schmeichelhafte Preis der Verbraucherzentrale
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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.