News: Sachsen LB – das Milliardendesaster geht in die letzte Runde » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Sachsen LB – das Milliardendesaster geht in die letzte Runde

Was passiert, wenn ein Unternehmen hoch hinaus will und auf internationaler Ebene glänzen möchte? Es endet in einem Desaster, wie das Beispiel der Sachsen LB anschaulich zeigt. Die sächsische Landesbank wollte ganz oben mitmischen und ist letztendlich grandios gescheitert. Jetzt stehen zwei der ehemaligen Vorstände wegen Fälschung der Bilanzen und wegen Untreue vor Gericht. Die Beklagten sind sich aber bis heute keiner Schuld bewusst.

Die unvertretbaren Risikogeschäfte der Sachsen LB

Acht Jahre dauert bereits das juristische Tauziehen um die Schuld der beiden Angeklagten Stefan Leusder und Herbert Süß, denn sie waren die Vorstände der Bank, als sie im Jahre 2007 notverkauft werden musste. Der Staatsanwalt vor dem Landgericht in Leipzig spricht von „unvertretbaren Risikogeschäften“, denn lange bevor es in den USA zu einer handfesten Krise mit Kreditpaketen kam, haben die Angeklagten die Risiken gekannt, aber sie einfach ignoriert. In keinem Verhältnis stand die Kleinste der sächsischen Landesbanken zu ihren Engagements in Milliardenhöhe im Ausland, und das hätten Süß und Leusder wissen müssen. Der Staatsanwalt wirft ihnen vor, dass sie die Gefahr um den Fortbestand der Bank in Kauf genommen haben.

Eine kurze Karriere

Gegründet wurde die Sachsen LB 1992 und nach nur 16 Jahren war auch schon wieder Schluss mit der Bank, die nach Ansicht von Finanzexperten vor allem an der verfehlten Selbsteinschätzung von Politikern und Bankern zugrunde ging. Heute gilt das Schicksal der Bank als eine Art Lehrstück für alle anderen Banken, die hoch hinaus wollen, ohne über die notwendigen Kompetenzen zu verfügen. Der Untergang der Sachsen LB begann genau genommen schon 1999, als eine irische Tochtergesellschaft der sächsischen Landesbank in Dublin gegründet wurde. Die Idee, dass jedes Land eine eigene Bank braucht, um die Wirtschaft voranzutreiben, mag gut sein, bei der Sachsen LB ließ sich dieser Schritt nicht mehr nachvollziehen. Es fehlte an guten Ideen und an den passenden Projekten, um Geld zu verdienen. Da das Geschäft in Sachsen nicht so recht klappen wollte, ging die Bank kurzerhand ins Ausland.

Das irische Desaster

Nachdem die Tochtergesellschaft in Irland gegründet worden war, übernahm die Mutterbank in Sachsen vier Prozent des Risikos, 96 % übernahm sie die Bank in Irland. Diese Idee stammte von einem Investmentbanker mit Namen Claus-Harald Wilsing, dem „Sparkassen-Onkel von der Pleiße“ der mit dieser Idee groß rauskommen wollte. Was dann folgte, waren Geschäfte, über die Banker immer noch den Kopf schütteln. Es wurden kurz- und langfristige Anleihen gekauft und wieder verkauft, es wurde finanziert und refinanziert, bis 2007 die Hypothekenblase in den USA platzte und der Markt für Anleihen zusammenbrach. 17 Milliarden wurden in den USA angelegt und die Sachsen LB kam in große Schwierigkeiten. Was folgte, war zunächst ein Notkredit und schließlich der Notverkauf einer Bank, die ganz oben mitspielen wollte.

Bild: © Depositphotos.com / frank11

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.