Einkaufsmeilen sind out und die Aktien fallen

Einkaufsmeilen sind out und die Aktien fallen

Noch vor zehn Jahren galten Einkaufsmeilen als das Investment der Zukunft und viele haben ihr Geld in Shoppingcenter und schicke Einkaufspassagen in den deutschen Städten investiert. Jetzt sieht es so aus, als befände sich dieser Markt in einem Umbruch, denn die Kurse fallen. Es kam zu einer heftigen Reaktion auf den internationalen Kapitalmärkten und die Anleger werden nervös. Konnten in den vergangenen Jahren noch Rekordgewinne verbucht werden, sieht es jetzt so aus, dass die deutschen Einkaufsparadiese ihren Reiz verloren haben.

Düstere Aussichten für Anleger

Um ganze acht Prozent sank der Aktienkurs für den Einkaufscenter-Investor Deutsche Euroshop in die Tiefe und die Vorstände sahen sich genötigt, die Gewinnaussichten nach unten zu korrigieren. War man zunächst von einer Umsatzprognose in Höhe von 206 Millionen Euro ausgegangen, so wurden die Aussichten jetzt auf 200 Millionen Euro gesenkt. Ein Grund für diese Talfahrt ist, dass die klassischen Einkaufsmeilen offenbar vor dem Aus stehen, der Trend geht in eine ganz andere Richtung. Ausländische Investoren lassen sich aber offenbar nicht abschrecken, denn noch stammen 7,7 Milliarden Euro, die in deutschen Einkaufsmeilen stecken, von Anlegern aus dem Ausland. Besonders beliebt sind Shoppingcenter, denn in diesem Segment wurden 5,5 Milliarden Euro investiert.

Der Onlinehandel bedroht die Einkaufsmeilen

Als die Aktien für Einkaufsmeilen an den Start gingen, dachten die Investoren nicht an den Handel im Internet und das war vielleicht ein großer Fehler. Vor allem nach den neuerlichen Kurseinbrüchen kommen vielen Anlegern starke Zweifel, ob die Idee in Einkaufsmeilen und Shoppingcenter zu investieren, gut war. Die Deutschen haben das Internet für sich entdeckt und kaufen immer weniger in den Einkaufsparadiesen oder den Outlet-Centern auf der grüne Wiese. Der Internethandel ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und ist mittlerweile im zweistelligen Prozentbereich zu finden. Da dieser Trend sich sehr wahrscheinlich fortsetzen wird, sieht es für die Kapitalanleger in klassische Einkaufsmöglichkeiten nicht gerade rosig aus.

Die neuen Trends

Wie wird die Zukunft aussehen? Wird es immer weniger Shoppingcenter geben und werden noch mehr Geschäfte in den Einkaufsstraßen der Innenstädte schließen müssen? Finanzexperten sehen in den sogenannten Flagship-Stores einen Trend. Viele Verbraucher, die hochwertige Artikel von bekannten Designern kaufen möchten, ärgern sich darüber, dass es in nur wenigen Fachgeschäften eine eher bescheidene Auswahl dieser Artikel gibt. Jetzt wollen die Hersteller von Luxusartikeln vermehrt mit Flagship-Stores in die Innenstädte gehen und dort die ganze Bandbreite an einem Ort anbieten. Ein zweiter Trend ist, dass Onlineshop-Betreiber auch stationär erfolgreich sein wollen und ihr Angebot in den Innenstädten mit eigenen Geschäften bereichern möchten. Streng genommen ist das ein Umkehrtrend, denn noch vor wenigen Jahren eröffnete jeder, der mit seinem stationären Geschäft erfolgreich war, auch einen Shop im Internet. Mit diesen beiden unterschiedlichen Trends könnten die Innenstädte der Zukunft wieder belebt werden.

Bild: © Depositphotos.com / joyfull


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.