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Warum die Allianz von Lebensversicherungen abrät

Lebensversicherungen galten sehr lange Zeit als die Klassiker der Kapitalanlage, bis Mario Draghi entschied, die Zinsen drastisch zu senken. Mit den niedrigen Zinsen verloren auch Lebensversicherungen mehr und mehr an Attraktivität. Heute ist rund ein Zehntel derjenigen, die ihr Geld in eine Lebensversicherung investiert haben, mit dieser Versicherung unzufrieden, sehr gut findet die Lebensversicherung nur noch ein knappes Drittel. Jetzt hat die Allianz, der größte deutsche Versicherer reagiert und rät ihren Kunden von Lebensversicherungen ab.

Zu wenig Rendite

Zu wenig Rendite – das nennt die Allianz als Grund dafür, dass sie ihren Kunden davon abrät, eine Lebensversicherung abzuschließen, aber der wahre Beweggrund ist ein anderer. Die Allianz wäre nicht die Allianz, wenn sie nicht eine Alternative im Angebot hätte, denn die zunehmenden Zweifel der Versicherten an der Lebensversicherung machen es der Allianz einfach, neue Produkte zu verkaufen. Eines der neuen Modelle ist eine Lebensversicherung, in der nur die gezahlten Beiträge, aber nicht der Garantiezins garantiert werden. Der Vorteil für die Kunden besteht darin, dass sie von höheren Gewinnen profitieren können, vorausgesetzt die Anlage wirft auch tatsächlich eine Rendite ab. Die Chancen sind aber erfahrungsgemäß an der Börse besser.

Lebensversicherungen in Aktien anlegen

Seit zwei Jahren bietet die Allianz diese alternativen Lebensversicherungen an und bis heute wurden 130.000 dieser neuen Verträge verkauft. Auch wenn es eine Beitragsgarantie gibt, 30 % der Kundengelder legt die Allianz auf dem Aktienmarkt an. Da die Zinsen immer weiter schrumpfen, sind nach Ansicht der Allianz die Kunden heute bereit, auch mal ein Risiko einzugehen. Die Finanzexperten sind der Meinung, dass in nur drei Jahren die bekannten Policen, bei denen es ein Zinsversprechen gibt, nur noch 15 % des Geschäftes mit Lebensversicherungen ausmachen werden. Allerdings gibt es noch ein Problem, denn wer sich für die Lebensversicherung mit Rendite entscheidet, der hat im Gegensatz zur klassischen Lebensversicherung aus steuerlicher Sicht einen großen Nachteil. Die Allianz hofft jetzt, dass der Bundesfinanzminister eine Entscheidung fällt, die auch die neuen Lebensversicherungen steuerlich attraktiv macht.

Auf bewährte Konzepte nicht verzichten

Wenn die Allianz Lebensversicherungen mit Garantiezins verkauft, dann profitiert sie auch davon. Die neue Lebensversicherung gibt mehr Spielraum, wenn es um die Kapitalanlage geht, denn sie kann zum Beispiel auch langfristig in Aktien investiert werden. Bei Lebensversicherungen, die mit einem garantierten Zinssatz verkauft werden, sind der Allianz immer die Hände gebunden, denn sie ist gezwungen, die Vorgaben zu erfüllen und die Kundengelder konservativ anzulegen. Die Allianz will aber trotzdem nicht auf die klassische Form der Lebensversicherung verzichten und sie nach wie vor ihren Kunden anbieten. Auch die ERGO bleibt beim bewährten Konzept und wird die klassische Lebensversicherung im Programm lassen. Die Kunden sollen nicht bevormundet werden und sie sollen immer die Möglichkeit haben, sich zwischen zwei verschiedenen Lebensversicherungsmodellen entscheiden zu können.

Bild: © Depositphotos.com / S_Kohl


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Warum die Allianz von Lebensversicherungen abrät
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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.